Montag, 3. Juli 2017

Interview von der Autorin Rita Embalo


Die Autorin Rita Embalo hat uns ein Interview gegeben
Hallo Rita, Schön dass Du uns ein Interview gibst
Magst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?
Aber natürlich, wie schon bekannt, ist mein Name Rita Embalo, ich bin 56 Jahre jung, habe zwei erwachsene Kinder. Ich bin ausgebildete Betriebswirtin, habe auch sehr gute Positionen bekleidet, bis mich die Reiselust gepackt hat, und mir Deutschland zu eng wurde. Geboren bin ich in Altena, einer Kleinstadt im Sauerland. In Kiel habe ich studiert und gewohnt. Später lebte ich lange Jahre in Hamburg, wo ich beruflich recht erfolgreich war. Das allerdings bis mir Deutschland zu eng wurde. Ich habe dann meine gutbezahlte Position in einem großen japanischen Konzern gekündigt und bin nach Spanien gegangen, wo ich eine Internetbar eröffnete. 
Wo lebst Du?
Zurzeit lebe ich noch in Irland, das allerdings nur noch bis September. Dann werde ich in die Dominikanische Republik auswandern.
Michaela: Nimmst du mich mit?
Wo hast du bisher schon gelebt?
In Deutschland, in verschiedenen Teilen Spaniens, in Gibraltar, in Brasilien, und Irland.
Michaela: wow nicht schlecht
Du ziehst ja bald wieder um, wo hin und was hat dich dazu bewogen?
Ursprünglich war der Plan, wieder nach Spanien zu gehen. Jedoch wurde mein Antrag auf Frührente abgelehnt, und von meinen Ersparnissen und den Bucheinnahmen, wurde es zum reinen Rechenexempel, dass ich mir das gar nicht leisten kann, denn Spanien ist so extrem teuer geworden, seit keiner mehr in die Türkei, nach Thailand oder Nordafrika in Urlaub fährt. Dann kam die Überlegung Dominikanische Republik. Wie immer, habe ich mich in jeder Hinsicht schlau gemacht, und kann mich dort unter den gegebenen Umständen wieder neu orientieren. Die Lebenshaltungskosten sind enorm gering, und für mich persönlich ist die Lebensqualität auf jeden Fall besser.  Last but not least, ist die Liebe auch irgendwo ein Grund, aber nicht der ausschlaggebende Grund. Für einen Mann in ein anderes Land ziehen, würde ich nicht tun, wenn der Mann der einzige Grund wäre.
Wie bist Du zum Schreiben gekommen, und wie ist es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches gekommen?
Tja, das ist eigentlich eine sehr lange und dramatische Geschichte. Ich versuche einmal, es so kurz wie es geht zu schildern. In Brasilien bin ich in eine Drogenfalle getappt und wurde verhaftet. Ich habe fast zwei Jahre in einem brasilianischen Gefängnis verbracht, unter schlimmsten vorstellbaren Bedingungen. Dort habe ich, so wie die anderen Gefangenen schlimmer als ein Tier nur noch existiert, aber nicht mehr gelebt. Mein Plan war es auch, mir das Leben zu nehmen. Dann begann ich, alles was mir widerfahren war, aufzuschreiben, handschriftlich wohlgemerkt! Und nicht nur das. Ich habe mein gesamtes Leben noch einmal Revue passieren lassen, und dies mit der schrecklichen Gegenwart kombiniert. Nach einem Hungerstreik wurde ich entlassen und verbrachte die Folgejahre in Brasilien, da es Brasilianer waren, die mich wieder aufgepäppelt hatten und sich rührend um mich kümmerten. Meine Erlebnisse schrieb ich dann in einem zweiten Buch auf, und dieses Buch endet mit dem Abschied von einem einjährigen Aufenthalt in Deutschland, Richtung Irland. Beide Bücher haben praktisch 1000 Seiten, und die ausgedruckt als Manuskript einem Verlag anbieten, dafür hatte ich damals die Mittel nicht, und so habe ich sie als Self-Publisher auf Lulu.com und Amazon eingestellt, wo sie noch immer erhältlich sind.
Michaela: Da hast du schon ziemlich harte Zeiten hinter dir.
Hast du beim Schreiben auch bestimmte Rituale? Orte, feste Zeiten oder irgendwas?
Nein, überhaupt nicht. Es kann passieren, dass ich tagelang nichts zustande bekomme, dann habe ich wieder sehr viele Ideen und Einfälle, oder irgendjemand oder -etwas gibt mir einen Impuls, auf dem dann eine Geschichte entsteht. Dann kann ich auch Tag und Nacht durchschreiben. Was ich natürlich mache, sind Nachforschungen und Investigationen im Internet, wenn es um spezielle Themen geht. Beispielsweise habe ich in einem bereits fertigen aber noch nicht veröffentlichten Werk, das Thema Lymphdrüsenkrebs mit tödlichem Ausgang behandelt. Da musste ich mich wirklich schlau machen und auch mit Ärzten sprechen, um nicht irgendein Amateurhalbwissen zu Papier zu bringen. Ähnlich ist es mit dem nächsten Buch, welches durch den Franzius Verlag veröffentlicht werden wird. Dort geht es um Demenz, aber mehr um die Angehörigen, als die Erkrankten selbst. Hier habe ich tagelang die Pflegegesetze studiert, um nicht falsche Informationen weiterzugeben.
Schreibst du Hauptberuflich?
Ja, jetzt ja! Bis Ende des letzten Jahres habe ich noch Vollzeit gearbeitet. Da war das Schreiben eher ein Hobby für ich. Doch jetzt sehe ich es als eine Berufung an, alles andere kommt an zweiter Stelle.
Hattest Du Einfluss auf das Cover?
Ja, ich hatte zwar keine Auswahlmöglichkeiten, aber wenn es mir nicht zugesagt hätte, dann wäre es ein anderes Cover geworden. Ich fand es jedoch sehr passend. So kann sich jeder den kleinen Alexandre bildlich vorstellen.
Welche Leser möchtest du mit deinen Romanen erreichen?
Alle Leser, die an sozialkritischen Themen interessiert sind, Männer wie Frauen, die diese Kombination von anderen Ländern und Kulturen, und einer spannenden modernen Geschichte, in die diese Themen eingeflochten sind, mögen.
Was meinst Du, wie viel von Dir selbst steckt in Deinen Protagonisten?
Sehr viel! Meistens sind die Protagonisten Kämpfernaturen. Das bin ich auch. Viel verbindet mich mit Brasilien, was man sicherlich auch bei der Geschichte feststellt. Das Reisen überhaupt liebe ich, und in jedem meiner Romane wird verreist in verschiedene Länder.
Was würdest Du tun, wenn Dich einer deiner Protagonisten plötzlich besuchen kommt?
Also wenn es LOUISE und ALEXANDRE sind, würde ich mich sehr freuen, und sie mit offenen Armen empfangen. Die beiden habe ich in mein Herz geschlossen.
Und jetzt 10 Fragen, 10  spontane Antworten:
1) Welcher war der verrückteste/komischste Ort, an dem Du je geschrieben hast?
Wie schon gesagt, im Gefängnis. Einen komischen Ort gab und gibt es nicht.
Michaela: Es war sicher nicht leicht unter diesen Bedingungen zu schreiben, du hast meinen größten Respekt.
2) Inwiefern hat sich Dein Leben verändert, seitdem du Autor/in bist?
Ich nehme mir jetzt die Freiheit, dann zu arbeiten, wenn ich es will. Ansonsten hat sich wenig geändert. Gerührt hat mich Fanpost, die vom Random House für ein anderes Projekt, an mich weitergeleitet wurde. Die habe ich dann auch sofort beantwortet.
3) Könntest Du Dir auch vorstellen, mal in einem anderen Genre zu schreiben? Und in welchem
Nein, absolut nicht. Ich möchte mich als Autorin von modernen Büchern bezeichnen, die auch Tabuthemen berührt, und zum Nachdenken anregen möchte. Science-Fiction oder historische Themen wären absolut nicht mein Ding. Allerdings muss ich eingestehen, dass ich zurzeit, nebenbei an einer Autobiografie arbeite, die eine nicht unbedingt unbekannte Person von mir erbeten hat. Es ist zwar ein anderer Schreibstil aber nicht unbedingt ein anderes Genre.
4) Welche Wünsche hast Du in Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?
Dass meine Arbeit mehr Anerkennung findet und nicht mehr nur in der Masse verschwindet. Ein wenig mehr Werbung wäre gut, damit es gewürdigt wird, was man zu Papier bringt.
Michaela: Ich hoffe wir können mit dem Interview einen kleinen Beitrag dazu leisten.
5) Wenn du deinen ersten Roman nochmal schreiben könntest, würdest du etwas daran ändern?
Nein! Mein erster Roman ist LOUISE & ALEXANDRE und ich würde ihn genauso wieder schreiben.
6) Was sind Deine Hobbys?
Schreiben, Reisen, Tanzen (Salsa, Bachata), Schwimmen, Lesen, ab und an gute Filme schauen.
7) Hast Du ein Lieblingstier?
Ja, meinen Schäferhund Chico
8) Wenn Du ein Tier sein könntest welches?
Elefant, ich bin genauso nachtragend, aber finde den Familienzusammenhalt faszinierend.
9) Hast Du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautor?
Ja, eins meiner Lieblingsbücher ist Accidental President von Fernando Henrique Cardoso, dem früheren Präsidenten Brasiliens. Das zweite ist „Che Die Biographie“, über Che Guevara, von Jon Lee Anderson. Es hat mich so sehr fasziniert, dass ich auf Kuba auf den Spuren von Che Guevara gewandelt bin. 
10) Was ist Dein Lieblingsessen?
Spaghetti mit Tomatensoße, ganz viel Parmesankäse und Spiegelei dazu.
Michaela: Eine seltsame Mischung ;-)

Würdest Du uns Deine Werke vorstellen?
Endstation Brasil Teil 1 und 2 auf Amazon erhältlich, der Link
Wie ich bereits anfangs berichtete, erzählen beide Bücher, von der furchtbaren Zeit, die ich im Gefängnis verbrachte, und die Zeit danach. Der traurige Abschied von Brasilien, dem gescheiterten Versuch, in Deutschland wieder Fuß zu fassen, bis zu meinem Umzug nach Irland.



Goodbye Deutschland – und was dann? Meine nicht uninteressante Erzählung, wie es mir in Irland ergangen ist.
Auf Amazon nur als E-Book erhältlich, der Link:



Die Sehnsuchtsfalle – Meine Geschichte, stark gekürzt und sehr verändert, zusammen mit Hera Lind geschrieben, wird in naher Zukunft verfilmt werden.
Link auf Amazon


LOUISE & ALEXANDRE, mein eigentlich erster Roman. Irgendwie entstand er zunächst aus dem Gefühl heraus, dass die Sehnsuchtsfalle, nicht mehr meine Geschichte ist, und da vieles aus dem Kontext gerissen wurde, teilweise recht schlechte Kritiken bekam. Da dachte ich mir, trotzig wie ich bin: das kann ich besser. Und ich bin sicher, das ist mir gelungen.
Louise ist eine junge Frau, polnischer Abstammung, mit trauriger Kindheit in Irland, die später nach England geht und mit der wachsenden Ausländerfeindlichkeit konfrontiert wird. Dies veranlasst sie zu einer folgenschweren Entscheidung.
Alexandre, genannt Xandi, wächst zunächst behütet und von seiner Familie geliebt in einer Favela in Rio auf. Der Junge muss dann aber die Gewalt von Drogenbanden erleben. Ein furchtbares Schicksal bringt diese beiden Menschen zusammen.



Der schöne Spanier, Was wie ein schöner Sommerflirt in Spanien beginnt, wird für Gina sehr bald die große Liebe. Doch sie ahnt nicht, in wen sie sich da verliebt hat, weiß nichts von Javiers familiären und finanziellen Hintergrund. Zunächst glaubt sie, dass Javier einfach nur ein Strandliegenvermieter ist. Lange hält dieser vor Gina geheim, was er wirklich beruflich macht. Erst als die Beziehung zu zerbrechen droht, bekennt er Farbe.
Gina liebt ihren Javier und muss lernen, die zweite Geige in seinem Leben zu spielen. Sie arrangiert sich damit, bis sie von einer furchtbar heimtueckischen Krankheit heimgesucht wird.

Dieses Buch thematisiert eine der gefaehrlichsten Krebsarten, die zumeist toedlich verlaufen kann,
Non-Hodgkin-Lymphom. Um diese Krankheitsform frueh genug zu entdecken, sind Vorsorgeuntersuchungen ungemein wichtig. Das sollte von Frauen nie vergessen oder verdraengt werden.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen