Montag, 3. Juli 2017

Interview mit dem Autor Uwe Alexi


Der Autor Uwe Alexi hat uns anlässlich seines neuesten Buch-Babys ein Interview gegeben

Hallo Uwe, Schön dass Du Zeit für uns hast

Magst Du Dich unseren Lesern vorstellen?

Mein Name ist Uwe K. Alexi, ich bin Thrillerautor aus Leidenschaft. Als ich das Licht der Welt erblickte, konnte ich nicht schreiben. Ja, ich gebe es zu. Nicht jeder ist perfekt geboren, ich leider auch nicht. Gut, ich hatte Hand und Fuß, das war schon mal was, aber schreiben? Nein, schreiben konnte ich nicht. Erst viele, viele Jahre später packte sie mich, diese Sucht. Sucht, etwas aufs Papier zu bringen, das hoffentlich eine breite Leserschaft unterhält.
Michaela Kronawitter: Wie du konntest nach der Geburt noch nicht schreiben -frechgrins- 

Wo lebst Du?
Ich bin in Mainz geboren und über viele Zwischenstationen wie Niedernhausen im Taunus, Lagos/Nigeria, Velden am Wörthersee und London schließlich 2007 nach Bad Homburg bei Frankfurt gezogen und lebe seitdem hier.
Michaela Kronawitter: Da bist du auch schon weit rumgekommen.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen, und welches war dein erstes Buch?
Ende der 90er Jahre begab ich mich auf eine Urlaubsreise nach Kroatien. Ich saß an einem heißen Hochsommertag am Strand, dachte über mich und mein Leben nach, sah dabei auf das weite Meer hinaus und auf einen großen Felsen an der linken Seite des Strandes. Warum auch immer, als ich diesen massiven Felsen anstarrte, manifestierte sich ein Gedanke in meinen Kopf: Uwe, du musst ein Buch schreiben … Damals schrieb ich die ersten sechs Seiten von „Niemand wird dich vermissen“, meinem ersten Thriller, in dem es um üble Machenschaften im Bereich der Medikamentenforschung geht. Diese sechs Seiten fielen mir viele Jahre später beim Aufräumen in die Hände. Fortan arbeitete ich rund ein Jahr daran und Ende 2014 erschien dann endlich mein erstes Werk.
Wie hast du dich gefühlt, nachdem du dein erstes Buch-Baby in Händen gehalten hast?
Vermutlich wie die glücklichste Mutter im Kreißsaal. Das Gefühl war einfach so überwältigend, dass ich es gar nicht glauben konnte, dass ich dieses Buch geschaffen habe.
 
Michaela Kronawitter: Das ist ein sehr schöner vergleich.

Wo nimmst du die Ideen für deine Geschichten her?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Meist klappe ich völlig ohne Idee meinen Laptop auf und fange an zu schreiben. Es fließt einfach aus meinem Kopf heraus. Ich plotte ganz selten bis gar nicht maximal ein bis drei Kapitel, falls mir die auf einmal kommen, ansonsten schreibe ich völlig chaotisch und muss so immer wieder mal einzelne Passagen bis hin zu ganzen Kapiteln löschen, wenn sich die einzelnen Handlungsstränge nicht mehr sinnvoll zusammenfügen lassen, oder das Ganze zu konstruiert wirken würde. Auf diese Art und Weise ist das Schreiben wunderbar spannend für mich, da ich selbst bis fast zum Schluss, das Ende nicht kenne und mächtig gespannt darauf bin.

Michaela Kronawitter: Da geht es dir ja beim Schreiben, wie deinen Lesern beim Lesen.

Wie lange brauchst du, bis ein Buch fertig ist?
Rund ein Jahr.


Kannst Du uns verraten welches Dein nächstes Projekt ist oder vielleicht um was es geht.
Nein, ich habe keine Ahnung, um was es gehen wird, da ich noch nicht angefangen habe. Das Einzige, was klar ist: Es wird wieder ein Armin Anders Thriller sein, da ich jetzt bei „Blut & Rache“ sehe, wie wunderbar dieses Cover neben „Opfer & Täter“ wirkt. Da muss noch mindestens eins in Blau oder Grün folgen und meine „&-Reihe“ komplettieren.

Michaela Kronawitter: Stimmt die Cover passen sehr gut zusammen.

Was ist für Dich Dein perfekter Schreibmoment?
Wenn ich eine tolle Idee habe und gar nicht mehr aufhören kann zu schreiben, nach Stunden wieder mal aufschaue und entsetzt feststelle, dass es schon dunkel ist. Thrillerschreiben ist etwas Wunderbares!

Hattest Du auch schon eine Schreibblockade?
Ich habe immer wieder mal Zeiten, in denen ich kaum bis gar nicht schreibe. Ich würde dies aber nicht als Schreibblockade bezeichnen. Ich schreibe immer nur dann, wenn mich die Muse küsst und ich Spaß daran habe, nun ja, zumindest mache ich das bis kurz vor dem Ende des Buches so. Dann kommt jedes Mal eine Phase, in der ich das Buch unbedingt fertig bekommen möchte. Dann läuft es aber auch, fast wie von alleine.


Schreibst du Hauptberuflich?
Ja, neben viel Arbeiten an meinem Haus und im Garten.


Hattest Du Einfluss auf das Cover?
Da ich mich von Anfang an, dazu entschlossen habe, meine Bücher auch selbst zu verlegen, ja.


Was war dein Wunschberuf als kleines Kind?
Das hat ständig gewechselt. Mal Pferdewirt, Feuerwehrmann, Rennfahrer, Pilot, mal Fotofachhändler. Irgendwann habe ich dann BWL studiert und alles lief seinen Gang.

Was macht deinen Schreibstil aus?
Das müsstet ihr vielleicht andere fragen … lach … Ich denke mal, ich versuche, eine recht einfache Sprache zu verwenden, schreibe also, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Meine Bücher sollen unterhalten und nicht anstrengen. Viele von uns müssen im Alltag sich durch so viel Fachliteratur quälen, da will man in seiner Freizeit nicht auch noch etwas Anstrengendes lesen. Zumindest ging mir das immer so.

Was war das Verrückteste das du je gemacht hast?
Da ich ein sehr spontaner Mensch bin, ist mein ganzes Leben eine einzige Verrücktheit. Mir fällt gerade ein, dass ich mal ganz spontan einen sehr guten Job gekündigt habe, nachdem mir die Zahl in dem jährlichen Bonusbrief nicht gefallen hat. Dies war kurz bevor ich Partner in einem der führenden Beratungsunternehmen geworden wäre. Diese Entscheidung hat keine fünf Minuten gedauert. Die so gewonnene spontane Auszeit von über einem Jahr habe ich sehr genossen, mir ein Motorrad gekauft und angefangen, Golf zu spielen. Dann klopfte dieses Beratungsunternehmen wieder bei mir an.

Michaela Kronawitter: Ja das nenne ich spontan 

Was war die größte Herausforderung dabei, ein Buch zu schreiben?
Am Ball zu bleiben. Da ich mir immer wieder teils auch längere Auszeiten gönne, ist es meist schwierig, dann wieder ins Schreiben hineinzukommen.

Was würdest Du tun, wenn Dich einer deiner Protagonisten plötzlich besuchen kommt?
Da fällt mir spontan Pocke aus „Niemand wird dich vermissen“ ein. Was ich machen würde? Hastig in meine Siebenmeilenstiefel springen und laut schreiend schnell davonlaufen, so weit, wie mich meine Füße tragen können. Und wenn es gar nicht mehr ginge, dann würde ich trotzdem weiterlaufen – he, he, ihr müsst Pocke wirklich kennenlernen!

Michaela Kronawitter: Oje das muss ja ein düsterer Kerl sein. 

Dein neustes Werk:
„Blut & Rache“

Woher kommt die Idee zu der Story?
Ist mir zugeflogen und es hat diesmal sogar mehr als ein Jahr gedauert, bis sie rund war, aber der Plot hat es gewaltig in sich!

Warum ein Journalist, ein Computer Nerd als Haupt Charaktere?
Ich wollte keinen Kommissar haben, wollte keinen richtigen Krimi schreiben und die Protagonisten freier in ihren Handlungsspielräumen sein lassen. Armin Anders und sein Freund Manfred Wegener sind Menschen mit Ecken und Kanten, die teilweise nicht richtig ticken, beziehungsweise ungewöhnlich sind. Einigen Charakteren gebe ich immer wieder mal Dinge von mir mit.

Michaela Kronawitter: Was von Dir steckt dann in den Charakteren dieses Buches?

Die politische Schiene, Macht der Medien und Abhängigkeit vom System, ist nur das Thema wichtig?
Nein, der Plot ist so vielschichtig, da spielen viele andere Dinge eine große Rolle und regen zum Nachdenken an. Was macht man, wenn man selbst Opfer eines Verbrechens wird? Gibt einem Rache Genugtuung? Gibt es so etwas wie eine Vorahnung oder Menschen, die Dinge über andere sehen können, denen sie noch nie begegnet sind, oder ist das alles nur Humbug? Haupttäter, unschuldige Leidtragende, Mitläufer, Feiglinge, viele Leichen, … und diesmal darf sich Armin Anders sogar Hals über Kopf verlieben. Es ist fast wie im wahren Leben.

Was möchtest du beim Leser mit dieser Geschichte bewirken?
Ein glückliches Gefühl, das Buch gelesen zu haben, unterhaltenden Stunden des totalen Abtauchens und den unbedingten Wunsch auslösen, einen weiteren Alexi lesen zu wollen.




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