Montag, 5. Juni 2017

Leseprobe ‎Janina Venn-Rosky

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Guten Morgen, Ihr Lieben! Heute habe ich zwei Leseproben für Euch dabei. Ich möchte Euch einen kleinen Einblick in die Welt vom Tea Time geben.
Als erstes habe ich für Euch einen Ausschnitt aus "Liebe in Teedosen", dem ersten Teil meiner Tea Time Triologie.

Zuerst der Klappentext:
🍵🍵🍵🍵🍵 Die große Liebe liegt bereits hinter ihr, glaubt Anastasia. Heute verschenkt sie ihr Herz lieber an verstoßene Möbel. Mit Farbe und viel Fantasie verwandelt sie ihre angeschlagenen Fundstücke in neue Lieblingsstücke.
Als ihr Weg sie eines Tages in ein leuchtend rotes Teegeschäft führt, ist sie auf den ersten Blick fasziniert von dem charmanten Teeladen und seiner Inhaberin Olivia. Bald stößt auch die frisch nach Berlin gezogene Jane-Austen-Bloggerin Jane zu den Freundinnen dazu und das „Tea Time“ wird rasch zum Mittelpunkt einer besonderen Freundschaft. Mit viel Humor und Leidenschaft meistern die drei Frauen ihren Weg, der sich zwischen Hipstern, Teekapseln und tyrannischen Assistentinnen hindurchschlängelt. Mehr und mehr erkennen sie, dass ihre Sehnsüchte sich zu einem gemeinsamen Traum verdichten, dem sie schließlich Leben einhauchen wollen.
Und auch für Anastasia kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem sie sich fragen muss, ob es sich nicht doch lohnen kann, einem Mann den einen oder anderen Fehler nachzusehen – vor allem, wenn er solch funkelnde Bernsteinaugen hat.
Ein Roman über die Kraft der Freundschaft, die Magie der Farben und den Geschmack von Teeküssen
🍵🍵🍵🍵🍵

Und nun zur Leseprobe aus dem 1.Kapitel:
1. Die Farben von Tee
Schwungvoll öffnete Anastasia die leuchtend rote Tür des nostalgisch anmutenden Teegeschäftes. Ein zartes, verheißungsvolles Klingeln begrüßte sie. Es verbreitete den Flair eines kleinen Ladens in der Provence. Ein schmeichelnder Duft von Jasminblüten, getrockneten Früchten, exotischen Gewürzen und aromatischen Teeblättern hing in der Luft. Anastasia atmete tief ein. Ein wohliges Gefühl durchströmte sie. Sie liebte diesen speziellen Geruch. Es fühlte sich an, als könnte sie in ihm baden, sodass er den Rest des Tages wie eine zweite Haut an ihr haftete.
Die junge Frau schob eine Strähne ihrer widerspenstigen braunen Korkenzieherlocken hinter die Ohren und sah sich in dem überraschend geräumigen Geschäft um. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Das Morgenlicht schien durch die Fenster und brachte die zahlreichen bunten Teedosen wie ein Scheinwerfer zum Leuchten.
»Wie kann man nur so von sich selbst eingenommen sein?«, vernahm sie unvermittelt eine keifende Stimme aus der anderen Ecke des Ladens. Anastasia zuckte zusammen und wandte sich um. Sie erblickte zwei junge Frauen, die so sehr in ihr Gespräch vertieft waren, dass sie sowohl das Glöckchen als auch Anastasias Erscheinen überhört hatten.
»Du denkst wohl, dass sich das gesamte Universum um dich und deine seltsamen Vorstellungen dreht«, fuhr die Frau fort. »Stattdessen siehst du nur den Strudel nicht, der dich hinunterreißt. Ich bin es leid zuzuschauen, wie du uns alle ins Unglück stürzt!« Die Stimme der kleinen Blondine überschlug sich fast vor Wut. Sie sah aus, als würde sie der anderen am liebsten an den Hals springen. Obwohl sie vor Zorn bebte, wirkte sie sehr stylisch. Der Deckenscheinwerfer zauberte einen leichten Erdbeerschimmer in ihr glänzendes blondes Haar, das ihr lässig über die Schultern fiel. Anscheinend war sie eines dieser übernatürlichen Wesen, die in jeder Lebenslage eine gute Figur machten.
»So kann es doch nicht weitergehen, Carina«, erwiderte die zweite Frau in einem resignierten Tonfall. Sie war sicherlich einen Kopf größer als die Blondine. Ihr kinnlanges pechschwarzes Haar bildete einen auffallenden Kontrast zu ihrer blassen Haut. Sie trug einen eleganten hellen Leinenoverall mit einem smaragdfarbenen Gürtel, der ihre schlanke Taille betonte.
Anastasia stand unschlüssig in der Tür, zog ihren dunkelblauen Trenchcoat enger um sich und blickte neugierig zu den beiden hinüber. Sie wollte ihr Gespräch zwar nicht belauschen, fand aber nicht, dass sie noch weiter auf ihre Anwesenheit aufmerksam machen musste. Es war ja nun nicht so, dass sie sich hinter einem Serviettenständer versteckte. Die zwei nahmen weiterhin keine Notiz von ihr.
Die Blonde lachte höhnisch auf. Sie wirkte wie ein Fremdkörper in dem Laden. Viel eher würde sie in eine schicke Hipster-Boutique in Mitte passen als in dieses charmante Geschäft, das ein wenig aus der Zeit gefallen zu sein schien. Sie trug eine locker fallende, silbrig glänzende Seidenbluse über einer hautengen Jeans, die mindestens eine Nummer zu klein war. Dabei war sie selbst so dünn, dass sie sicherlich auch in der Kinderabteilung fündig geworden wäre. Um den Hals hatte die coole Blondine ein pfirsichfarbenes Tuch geschlungen. Sie sah aus, als käme sie direkt aus einem Instagram-Blog für stylische Streetwear in Berlin. »Da bin ich ausnahmsweise mal einer Meinung mit dir, Olivia«, fuhr die Hipsterfrau schnippisch fort. »Du bist so was von halsstarrig, dass jedes Wort, das man an dich richtet, eine Verschwendung ist. Wenn Ralph mich nicht gebeten hätte, hierzubleiben, wäre ich schon lange weg. Bilde dir bloß nicht ein, dass ich irgendetwas von all dem dir zuliebe tue.«
»Keine Sorge«, lautete die kühle Antwort. Die Schwarzhaarige stand ihrer Kontrahentin mit verschränkten Armen gegenüber. »Solche Illusionen sind mir gänzlich fremd. Niemand wird froher sein als ich, wenn wir beide getrennte Wege gehen. Bis es so weit ist, sollten wir dennoch zumindest probieren, miteinander auszukommen.«
Die jüngere Frau schlug mit der flachen Hand gegen eines der schweren Holzregale, dass das Geschirr klirrte. »Jetzt tu nicht so gönnerhaft! Was meinst du, wie ich jeden Tag mit mir ringe, deine herablassende Art zu ertragen! Eines wüsste ich wirklich zu gern, Olivia: Warum genau hältst du dich eigentlich für so etwas Besseres?«
»Aber das tue ich doch gar nicht, Carina«, lautete die entmutigte Antwort. Anastasia hatte das Gefühl, dieses Gespräch hatte so oder so ähnlich schon viele Male stattgefunden.
»Nein? Dann erklär mir bitte, warum du alles, aber auch wirklich alles abblockst, was Ralph oder ich vorschlagen.« Ihre Stimme war kurz davor, sich zu überschlagen. »Wir könnten in diesem Laden richtig Geld verdienen, ob wir uns nun mögen oder nicht. Stattdessen sitzt du auf deinem hohen Ross und hältst uns andere, die Visionen von der Zukunft haben, in deiner verstaubten Pastelldosen-Vergangenheit gefangen!«
Die Schwarzhaarige ballte die Fäuste und schloss für einen Moment die Augen. »Ich würde eine Teekapselmaschine nicht unbedingt als Zukunftsvision bezeichnen. Ich werde nicht zulassen, dass ihr ruiniert, was ich aufgebaut habe.«
Die Blondine schnaubte verächtlich. »Was du aufgebaut hast? Dass ich nicht lache! Denkst du nicht, dass du Ralph ein klein wenig Dankbarkeit schuldest?«
Obwohl die schwarzhaarige Frau äußerlich ruhig blieb, konnte Anastasia selbst aus der Entfernung spüren, dass nicht viel fehlte, bis sie explodierte. Voll von unterdrückter Wut sagte sie: »Ich schulde Ralph überhaupt nichts. Und mit Sicherheit keine Dankbarkeit.«
»Warum wundert es mich, dass bei einem Gespräch mit dir nie etwas Vernünftiges herauskommt?«, schimpfte die kleinere Frau weiter. »Als wäre es jemals anders gewesen! Wie kann man nur so sturköpfig sein!«
Anastasia wurde die Situation zusehends unangenehm. Sie hatte nicht vorgehabt, ein derart persönliches Gespräch mit anzuhören. Je länger sie dort stand und nichts sagte, desto schlimmer wurde es. Die beiden hatten jeglichen Sinn und Blick für die Außenwelt verloren. Schließlich fasste Anastasia sich ein Herz und räusperte sich. »Entschuldigt bitte, ich bin auf der Suche nach einem Tee.«
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Falls Ihr noch ein wenig mehr über Anastasia, das Tea Time und meine anderen Bücher erfahren wollt, schaut auch gern auf meiner Homepage vorbei:
https://janinavennrosky.de/
💚 Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Lesen und Stöbern und immer eine Tasse heißen Tee in der Nähe!
Ganz liebe Grüße von Janina

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