Montag, 5. Juni 2017



Interview mit Tobias Lang

Hallo Tobias, Schön dass Du Zeit für uns hast
Hallo Michaela und natürlich alle neugierigen Leser. Danke für diese Chance, mich ein bisschen bekannter zu machen.

Magst Du Dich unseren Lesern kurz vorstellen?

Ich bin 44, ein wenig übergewichtig, Vater von 3 Kindern, verheiratet und lebe in der (sehr, zu) beschaulichen Kleinstadt Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern.

Wie bist Du zum Schreiben gekommen, und welches war dein erstes Buch?

Geschrieben habe ich schon immer viel, meist irgendwelche Sachen für die Schule, sporadisch Tagebuch (oh je), in dessen Einträgen es meist um Ex-Freundinnen ging. Mein Kunstlehrer hat mich motiviert, mein Deutschlehrer tat eher das Gegenteil. Mein erster Roman war ›Der Anakiter‹, in dem es um die letzte noch lebende Tochter des Teufels geht. Es ist Mystery, was ich sehr liebe, und meiner diakonischen Ausbildung zu verdanken.

Wie hast du dich gefühlt nachdem du dein erstes Buch-Baby in Händen gehalten hast?

Sehr aufgeregt war ich. Ich glaube, das ist jeder Schriftsteller beim ersten Buch. Mittlerweile hadere ich aber mit mir, weil ich so an einen DKZV geraten bin. Ungeduld ist wirklich eine Pein.
Michaela: Was ist DKZV?

Wo nimmst du die Ideen für deine Geschichten her?

Ich schreibe auf, was mir gerade durch den Kopf geht. Dabei versuche ich, sofern ich nicht strikt an einem festen Skript arbeite, jeden Tag ein paar Seiten zu tippen. Sollte etwas Gutes dabei sein, mache ich damit dann auch weiter. Gelegentlich kommt dann eine Kurzgeschichte oder auch ein Roman heraus.

Wie lange brauchst du bis ein Buch fertig ist?

Die Arbeitszeit hängt natürlich von der Länge ab. An meinem aktuellen Buch ›Gesichter aus Stein‹ saß ich drei Monate und noch weitere drei, um es zu überarbeiten.

Michaela: Oh das ging aber ganz schön schnell.

Kannst Du uns verraten welches Dein nächstes Projekt ist oder vielleicht um was es geht.

Die Fortsetzung dieses Krimis / Thrillers /Horrorromans (wie es manche nennen), ist mein derzeit vorrangiges Projekt. Wer den ersten Teil gelesen hat, weiß, worum es im zweiten ungefähr geht. Aber es wird sicher nicht so, wie erwartet. Hoffe ich.

Was ist für Dich Dein perfekter Schreibmoment?

Ich schreibe vorwiegend morgens, wenn die Kinder noch schlafen und draußen noch kein Verkehr ist. Da ich ein zu Frühaufsteher bin, gelingt mir das auch fast täglich. Kurz vor dem Ende bin ich aber dauerhaft am Tippen.

Hattest Du auch schon eine Schreibblockade?

Schreibblockade? Ja, natürlich bin ich gelegentlich auch mal faul. Für mich ist dieses Wort nur eine Ausrede. Aber es sollte schon, wie in jedem anderen Beruf erlaubt sein, auch mal keine Lust zu haben.

Schreibst du Hauptberuflich?

Hauptberuflich bin ich freier Lektor und habe damit täglich mit Texten, Skripten und Artikeln zu tun. Daher fällt es schwer, sich mal vom Laptop zu entfernen. Leider.

Hattest Du Einfluss auf das Cover?

Ja, jedes meiner Cover ist auf meinem Mist gewachsen. Ich benutze das Cover als Anker, wenn ich einen Roman zielstrebig schreibe. Es prangt als Hintergrundbild auf meinem Bildschirm und tritt mir in den Hintern, damit ich weitermache.

Was war dein Wunschberuf als kleines Kind?

Als Kind wollte ich unbedingt etwas kreatives machen. Obwohl, mein erster Berufswunsch war Bauer. Ich liebte es, wie die Wagen hinter den Traktoren den Mist auf den Feldern verteilten. Kein Witz. In der Schule entdeckte mein Kunstlehrer dann mein Zeichentalent, das irgendwie abhanden kam, nachdem ich bei der Aufnahmeprüfung für eine Kunsthochschule in abstrakter Kunst durchfiel. Ich sollte lieber etwas vernünftiges lernen, hieß es dann.

Michaela: Ich glaube die Meinung mit dem Mist teilen nicht viele. ;-)

Was macht deinen Schreibstil aus?

Ich bin ein Präsensschreiber, sehr direkt und sehr persönlich. Zumindest sagt man mir das nach. Ich weiß nicht, warum die meisten Autoren noch immer im Präteritum schreiben. Ich bin lieber im Hier und Jetzt, schließlich erlebe ich beim Schreiben die Geschichte ja in diesem Augenblick. Also soll man auch beim Lesen genau das und diesen Zeitpunkt spüren können.

Was war das verrückteste das du je gemacht hast?

Das verrückteste, das ich je gemacht habe? Phu! Ich hab schon viel Verrücktes gemacht. Da ist eine Auswahl schwer. Als Dreizehnjähriger spontan vom Dorf (in MV) zur Messe nach Leipzig zu fahren, gehört aber dazu. Gut, es war noch DDR und daher wohl sicherer, als jetzt.

Was war die größte Herausforderung dabei, ein ganzes Buch zu schreiben?

Die größte Herausforderung ist Zeit zu finden. Ich bin freiberuflich und muss daher stets erreichbar sein. Das macht es nicht leichter und hat mir oft schon Gedankenfäden zerrissen. Da ich ohne Denkbrett oder Notizzettelchen arbeite, muss ich alles nochmals lesen, bevor ich den Gedanken wiederfinde. Wenn ich ihn finde.

Michaela: Oje so ganz ohne Notizen würde ich nicht auskommen, da bin ich viel zu vergesslich.

Was würdest Du tun, wenn Dich einer deiner Protagonisten plötzlich besuchen kommt?

Oha! Erst mal Kaffee kochen. Bei meinen Protas ist eine entspannte Atmosphäre sicherlich hilfreich. Alles andere wird sich dann ergeben, denke ich.

Und jetzt 10 Fragen, 10 spontane Antworten:

Welcher war der verrückteste/komischste Ort, an dem Du je geschrieben hast?

- Bahnhofsklo Berlin Lichtenberg

Michaela: hüstel, da sag ich jetzt lieber nichts dazu ;-)

Womit könnte man dir eine riesige Freude machen?

- Ein Eintrag bei der Krimi-Couch. Ich mag diesen Blog.

Bitte ergänz folgenden Satz: Bücher sind für mich…

- Staubfänger. Aber geliebte Staubfänger. Ich komme leider kaum zum Lesen meiner gekauften Bücher.

Was für Genres liest du selber, wenn du Zeit hast?

- Thriller. Hauptsächlich. Gerne aber auch historische Romane.

Wenn du deinen ersten Roman nochmal schreiben könntest, würdest du etwas daran ändern?

- Ja sicher. Ich habe jetzt, auch durch meine Arbeit als Lektor, ein viel umfangreicheres Vokabular.

Was sind Deine Hobbys?

- American Football. Früher aktiv, als Coach und auch Schiedsrichter, heute eher als Zuschauer vor dem Fernseher.

Hast Du ein Lieblingstier?

- Nicht wirklich. Für mich ist es wichtig, dass sie draußen unangeleint, uneingesperrt und frei leben können.

Michaela: Die Äußerung gefällt mir.

Ohne welche 3 Dinge könntest du nicht Leben?

- Luft, Wasser und irgendwas zu essen. Ich bin da zu pragmatisch.

Hast Du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautor?

- Lieblingsbuch ›Stark‹ vom Lieblingsautor Stephen King.

Was ist Dein Lieblingsessen?

- Schnitzel mit Petersilienkartoffeln und frischem Spargel. – Von Mama natürlich.

Würdest Du uns Deine Werke vorstellen?

- Den check ich nicht. – Tue ich das nicht gerade? Also, mein erstes ›Werk‹ war ein Aufsatz über das Rodeln. Sechste Klasse oder so. Es folgten massig Liebes- und Trennungsgedichte, bis ich die Lyrik an den Nagel hing. Aktuell sind draußen: ›Der Anakiter‹, Mystery und schön düster, ›Als du fortgingst‹, Drama/Liebesroman, auch ziemlich düster, ›Komm!‹, eine Kurzgeschichte um Irrlichter, auch düster – Oh wei! – und ›Gesichter aus Stein - The Deep Web 1‹, Krimi, spannend ist hier wohl das Hauptargument. Im Sommer kommt eine Kurzgeschichte ›Endlich Urlaub!‹, Humor – kann ich hoffentlich auch, ›Mir lebn ejbig‹, Kurzgeschichte, Mystery und wieder düster soll im Herbst kommen, ›ZartRosa – The Deep Web 2‹, Thriller, soll bis Weihnachten fertig sein und dann kommt noch eine weitere humoristische Kurzgeschichte über den Tod. Wir werden sehen, was ich davon einhalten kann.



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