Donnerstag, 4. Mai 2017

Leseprobe von Mirjam Wyser ihrem Buch "Der dunkle Baron"



Danke, dass ich heute zwei Bücher vorstellen darf.
Pressetext
„Der dunkle Baron“ von Mirjam Wyser
Eine Geschichte durch Raum und Zeit, die nicht nur spannend, sondern ebenso herzergreifend und spirituell ist, ist Mirjam Wyser mit ihrem neuesten Werk „Der dunkle Baron“ gelungen, das neu im Franzius Verlag erschienen ist.
Für mich ist dieses Buch eine Biografie über zwei leben.
Offenbarungen aus der Tiefe
Die Mysterien des Abgrundes offenbaren sich dort, wo in allem, was einst eine Seele zugrunde gerichtet, sie in Verzweiflung und Tod gestürzt hat, das nie Erwartete, das total Andere eintritt: der Aufstieg ins Licht. Da, wo der Spiegel zerbricht, wo der Schleier zerreißt, wo der neue Geist geboren wird und das andere Leben beginnen kann. Der Spiegel ist, dass man sich selbst begegnet.
Die Wahrheit ist nicht immer angenehm.
Zeitig an diesem regnerischen Frühlingsmorgen macht sich Sandra, eine Frau mittleren Alters mit einer magischen Ausstrahlung, auf den Weg in die Stadt. Der Regen wird heftiger und Sandra zieht den Regenschirm tiefer vor das Gesicht. Ein unwiderstehlicher Zwang zieht sie in Gedanken immer wieder zu einem Traum zurück. Der Traum hat angefangen, sie zu verfolgen.
Gedankenverloren übersieht sieht sie das rote Licht der Ampel. Quietschende Autoreifen und ein verärgerter Fahrer holen sie in die Wirklichkeit zurück. Auf dem Weg zur Bushaltestelle drängen die Menschen dicht aneinander vorbei. Im Bus erwischt sie einen Fensterplatz. Nach ein paar flüchtigen Blicken nach draußen lehnt sie sich in den Sitz zurück. Bald ist sie in Gedanken wieder ganz weit weg. Ihr fein geschnittenes Gesicht nimmt einen geistesabwesenden Blick an. In Gedanken macht sie wieder den Sprung zurück in ihren Traum.
Plötzlich, wie vom Blitz getroffen, steht sie auf und geht zielstrebig zum Ausgang. Die Bustür öffnet sich und Sandra steht im kalten Regen. Sie öffnet den Schirm; geht schneller, gerät schon fast ins Laufen. Sandras Ziel ist das kleine Buchantiquariat um die Ecke. Der alte Buchhändler hat gerade seinen Laden geöffnet und freut sich über seine erste Kundin. Sandra grüßt freundlich, ist heute aber sehr wortkarg. Erstaunt starrt sie der alte Mann an.
Zielgerichtet geht sie zu den Regalen, der mystischen Literatur. Was sie genau sucht, weiß sie nicht. Sie hat eine Vorliebe für das Irrationale. Es sind die unbeantworteten Fragen nach dem Sinn des Lebens. Sandra liebt es, in alten Büchern herum zu stöbern, und erhofft, Antworten zu finden. Die Vorliebe für esoterische Literatur, geheimes Wissen ist nicht unbegründet. In ihren Seelentiefen schlummert ein verschleiertes Trauma. Langsam beginnt sich der Schleier, der diese geheimnisvollen Zusammenhänge verdeckt, zu heben.
Gerade blättert sie in einem Buch über Grenzwissenschaften, da steht plötzlich ein alter Mann vor ihr. Sein Anblick wirkt irritierend. Der Mann sieht aus wie ein Knochengerüst, das mit etwas Haut überzogen ist. Trotzdem hat er ein gutmütiges, strahlendes Antlitz und magische Augen. Sandra schwankt zwischen Abwehr und Zutrauen. Das Zutrauen siegt. Unerwartet spricht er Sandra an.
„Lesen Sie nur solche Bücher. Geistiges Wissen ist das Einzige, das Ihnen nie jemand wegnehmen kann!“
Etwas verlegen lächelt Sandra zurück und denkt: „Der Mann sieht aus wie ein verirrtes Wesen, das aus einem todesähnlichen Schlaf erweckt wurde. Seine unergründlich tiefen Augen sind fast unheimlich!“
Als könnte er Sandras Gedanken lesen, spricht er Unerwartetes: „Danke für Ihr Lächeln!“
Irritiert blickt Sandra direkt in seine Augen! Sie ist wie entrückt! Für Sekunden steht sie bewegungslos da. Ein flutendes Licht durchpulst ihren Körper. Bevor sie etwas antworten kann, ist der rätselhafte Mann verschwunden. Als hätte er sich in Luft aufgelöst.
Verwundert denkt Sandra: „Was war das gerade für eine sonderbare Begegnung? Habe ich geträumt oder war der alte Mann Wirklichkeit? Habe ich die Welt der unwirklichen Wirklichkeit betreten?“
Sie läuft irritiert durch die Buchregale und hält Aus-schau nach ihm. Noch weiß sie nicht, dass ein Adept ewig lebt und er schon früher eine Rolle gespielt hat. Hier und jetzt ist und bleibt verschwunden. Sandra fragt den Buchhändler nach dem sonderbaren Mann. Der schaut sie mit flackerndem Blick ungläubig an und zuckt die Schultern.
Und mit erstaunter Stimme antwortet er: „Sie sind die einzige Kundin, die heute meinen Laden betreten hat!“
Sandra schüttelt fassungslos den Kopf, als müsste sie sich wachrütteln. Das Erlebnis hat sie aufgewühlt. Als Erinnerungsstück kauft sie das Buch, das sie bei dieser ungewöhnlichen Begegnung gerade in den Händen gehalten hat. Sandra verabschiedet sich und tritt ins Freie. Sie nimmt ein paar tiefe Atemzüge und schaut zum Himmel. Eine Nebelschwade verhält sich eigenartig. Obwohl mit einem Mal ein eisiger Wind um das Gebäude weht, hat er keinerlei Einfluss auf die graue Nebelschwade. Sie kriecht wie ein Spukgeist die Mauer entlang.
Noch vor kurzer Zeit ist Sandras Leben in geordneten Bahnen verlaufen. Doch seit einiger Zeit tauchen aus dem Unterbewusstsein imaginäre Bilder auf. Für Sandra besteht kein Zweifel, diesem inneren Ruf zu folgen. Der Verstand kennt die Wahrheit nicht. Er bewegt sich auf einer anderen Ebene als die Sprache des Herzens. Vergangenheit und Gegenwart reichen sich hier die Hand. Ihre Visionen und Träume werden zum wichtigen Schlüssel, die Tür ins Vergessene wieder zu öffnen. Sie hat die leise Stimme, die im Unterbewusstsein spricht, gehört. Dies geschieht dann, wenn das Mondlicht auf dem Hügel schläft und die Engel sich im goldenen Licht spiegeln. Noch ahnt sie nicht, dass ihr Leben in ein ganz neues Licht getaucht werden wird.
Die Frau im weißen Kleid
So beginnt eine Geschichte in einer anderen Zeit an einem anderen Ort. Die Wucht der Erinnerungen trifft sie unvorbereitet. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass entscheidende Momente im Leben von lauter und greller Dramatik sein müssen.
Irgendwo in einem schönen Park steht eine herrschaftliche Villa. Tatsächlich ist die Zeit in dieser Villa stehen geblieben. Das alte Gemäuer ist umhüllt von einem grauen Nebel. Die alten Bäume im Park neigen ächzend ihre Kronen im Wind und erzählen die Geschichte von Melissa, der einstigen Hausbesitzerin, die vor vielen, vielen Jahren hier gelebt hat.
Wilde Rosen ranken sich an den Mauern entlang. Niemand bewohnt das Haus mehr, es steht einsam und leer da. Nur um Mitternacht huscht ein scheuer Schatten über die Veranda. Kurze Zeit später wird auf der Terrasse die weiße, durchsichtige Gestalt einer Frau gesichtet. Das Haus schläft einen langen tiefen Schlaf.
Das war nicht immer so. Einmal war die Villa belebt von Leben, Lachen, Musik und Fröhlichkeit. Der Ruf aus einem verschwommenen Traumland hat Sandra erreicht und lautlos öffnen sich verschlossene Türen. Sie wanderte stille und einsame Wege, die sehr beschwerlich waren, bevor die Seele erwachen konnte.
Der Vollmond erleuchtet das herrschaftliche Anwesen, das in dem schönen Park mit seinen alten Bäumen steht. Bei genauer Betrachtung wird offensichtlich, dass die herrschaftliche Villa einen neuen Anstrich vertragen könnte. Der rötliche Putz der Fassade bröckelt etwas ab. Die einst schön gepflegte Kiesstraße ist mit Unkraut überwuchert. Das schmiedeeiserne Tor mit einer Kette: verschlossen. Daran hängt ein großes Vorhängeschloss. Den Betrachter überkommt etwas Traurigkeit bei diesem verwahrlosten Anblick. Wirklich kaum vorstellbar, dass die Villa noch bewohnt wird. Der Fokus richtet sich wieder auf die Veranda.
Das Schlagen des Kirchturms zerreißt die gespenstische Stille. Das weiße, feinstoffliche Kleid, schemenhaft wahrnehmbar, tanzt im sanften Nachtwind. Im Mondlicht erspäht man wieder die Umrisse dieser nebelhaften Frauengestalt. Einsam steht sie da und schaut in die Nacht hinaus. Auch in den folgenden Nächten immer das gleiche Bild. Unheimlich wirken die durchsichtigen Konturen der Frau im weißen Kleid. Ein menschlicher Schatten von fühlbarer Traurigkeit schaut in die unendliche Weite des Sternenhimmels. Das Gefühl, einer unbeschreiblicher Einsamkeit taucht als flüchtige Erinnerung bei Sandra auf. Nicht fassbar und trotzdem da.
Sandra hat das Zeichen zum inneren Aufbruch bekommen. Schon die ganze Zeit unerschütterlich im Glauben hat sie das Gefühl, dass eine innere Führung ihr eine Botschaft überbringen will. Das Spiegelbild des eigenen Wesens hat begonnen, das Licht nach außen zu reflektieren. Nun folgt sie dem inneren Ruf, eine Verbindung zur unsichtbaren Welt herzustellen.
In dieser Nacht wird Sandra in der Traumwelt durch einen dunklen Tunnel gezogen und es gelingt ihr, hinter den Spiegel zuschauen, der die physische und die geistige Welt trennt! Das erlaubt ihr allmählich, in eine frühere Inkarnation zurückzuschauen. Ihr Geist hat sich abgesetzt und fliegt frei und leicht durch die übersinnliche Welt. Anfänglich war sie ganz unsicher, wie sie die Erlebnisse einordnen soll. Sie will sich von Visionen kein falsches Bild machen. Tage voller Zweifel vergehen. Kann sie wirklich imaginär wahrnehmen? War es die Empfindsamkeit ihres Herzens, das zu ihr gesprochen hat? Die träumerischen Spekulationen, die sich hier von der herkömmlichen Weise absondern, eröffnen neue Dimensionen.
In der Traumwelt schaut sie jeden Abend durch ein verschlossenes Gittertor dieser fremden, herrschaftlichen Villa. Die schemenhafte Gestalt nimmt sie übersinnlich wahr. Eine Geschichte aus einem anderen Leben kommt ins Rollen. Nur der Himmel kennt die Wahrheit.
Irgendwo in einem schönen Park steht eine herrschaftliche Villa. Tatsächlich ist die Zeit in dieser Villa stehen geblieben. Das alte Gemäuer ist umhüllt von ei-nem grauen Nebel. Die alten Bäume im Park neigen ächzend ihre Kronen im Wind und erzählen die Geschichte von Melissa, der einstigen Hausbesitzerin, die vor vielen, vielen Jahren hier gelebt hat.
Traumoffenbarung
Je weiter die geistige Entwicklung von Sandra fortschreitet, desto größer sind die übersinnlichen Erlebnisse in der Geistwelt, der Astralwelt, der mystischen Welt möglich. Die Genialität des Übersinnlichen lebt in Bildern. Imaginationen sind Bilder, um die höheren Sphären einen Schritt weit zu begreifen. Gedanken werden zu Bildern. Wie Sonnenblumen, welche die Köpfe nach der Sonne, dem Spirituellen, drehen, um zu erkennen.
Der heutige Mensch will nicht glauben, er will wissen. Sandras inneres Auge öffnet sich mehr und mehr.



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