Montag, 1. Mai 2017

Leseprobe von Lara Kalenborns Fantasy Reihe



Ihr Lieben
Mein Name ist Lara und ich bin bekennend bookaddicted. Das zeigt sich darin, dass ich kein Buch weglegen kann, wenn es mich einmal gepackt hat, und darin, dass ich mit Leib und Seele Geschichten schreibe.
Dank der lieben Michaela und Bea-Te stelle ich euch hier und heute zwei meiner Bücher vor, die an dem ein oder anderen Tag nur mit viel Kaffee und verspanntem Nacken, an den meisten Tagen jedoch mit frohem Sinn und federleichter Luftigkeit geschrieben wurden.
Und als erstes möchte ich euch in eine wilde, gefährliche Welt ziehen: In das Reich der Amazonen. Meine „Vayas Töchter“-Reihe spielt im Ruhrgebiet. Jedoch ist nichts mehr so, wie wir es kennen, denn meinen Geschichten geht ein Wasserkrieg voraus, der alles verändert hat. Und so klingt der Klappentext zu „Emilias Gift“, dem ersten Band meiner Amazonen-Romane:
„Im düsteren Untergrund der verfallenden Ruhrgebietsstädte führen die Amazonen und Skythen einen von der Menschheit unbemerkten Krieg. Schließlich gelingt es den Amazonen, die Toxikologin Emilia zu entführen. Sollten die Kriegerinnen es schaffen, sie zur Amazone zu wandeln, könnte dies den langersehnten Sieg über die Skythen bedeuten. Denn Emilia ist, ohne es zu wissen, für beide Fronten von größter Bedeutung. Währenddessen kämpft die Amazone Fabel gegen ihre eigenen Dämonen, sie glaubt nicht mehr an die Liebe und hat die Hoffnung auf ein glückliches Leben aufgegeben. Doch als sie ihr nächstes Opfer, den Mediziner Tom, entführt, spürt sie, dass der junge Wissenschaftler ihr gebrochenes Herz retten könnte. Und dann ist da diese frisch gewandelte Amazone, die mit kurzgeschorenem Haar und Augen so dunkel wie ein Abgrund Fabels Leben eine neue Richtung weist.“
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So, und nun entfesselt die Amazonen in euch selbst, denn hier erlebt ihr die Protagonistin Emilia, wie sie zum ersten Mal mit dem Mann redet, der die Schwärze ihrer Seele spürt und auf den ersten Blick zu lieben scheint:
„Ein wunderbarer, würziger Duft lag in der Luft. Sehr aromatisch, nach Wildkräutern. Und nach Mann. Assassina sog den Geruch ein und erbebte. Magnetisch wurde sie zur Quelle des Duftes gezogen, ihre Füße flogen über den Steinboden, passierten den Teppich des Aufführungssaals, der mit Superbas Blut getränkt war. Rasch schob sie den schweren Vorhang zur Seite, der die Türen auf die Terrasse vom Rest des Saals abtrennte. Dann hatte sie die Öffnung in der sicheren Ummantelung, den Mauern des Theaters, erreicht und Assassina trat in die Nacht hinaus.
Ein imposanter Mann stand auf der Terrasse, lehnte links von ihr am hölzernen Geländer und verschmolz fast mit der Dunkelheit. Seine Erscheinung, seine Haltung vielleicht, hatte etwas sehr Aristokratisches.
Ein Schattenfürst.
Lediglich das Mondlicht, das auf seinem Haar und seinen Ringen reflektierte, machte ihn sichtbarer. Assassina schnappte nach Luft, als sie spürte, dass sie sich nicht gegen die Anziehungskraft von Toms Bruder wehren konnte. Und es war nicht nur sein Duft oder seine Körperlichkeit, die sie faszinierten – es war vor allem ihre Reaktion auf ihn: Allein seine Anwesenheit brachte alle Aufruhr in ihr augenblicklich zum Stillstand, ganz so, als würde sie nach Hause kommen. Der Mann hatte sie noch nicht angesehen, aber Assassina fühlte sich vollkommen von ihm umgeben. Instinktiv genoss sie seine Nähe und selbst wenn sie gewollt hätte, hätte sie sich gegen diese geheimnisvolle, fast schon magische Verbundenheit nicht wehren können.
Er drehte sich mit einer gemächlichen Bewegung zu ihr, als überrasche ihn ihr Auftauchen kein Stück.
Als hätte er mich erwartet. Assassina erzitterte bei diesem Gedanken.
Sein Augenaufschlag war gelassen, als er sie mit seinem intensiven Blick gefangen nahm. Langsam glitten seine Augen an ihr auf und ab. Ihr ganzer Leib wurde schlagartig mit Wärme an Orten erfüllt, wo die Lust zu Hause war. Ihre Knie verloren die Festigkeit, er gönnte sich ihren Anblick mit einer stoischen Ruhe, die sie restlos erregte.
Normalerweise war sie eine Person, die viele Fragen stellte, die die Dinge ergründen wollte. Aber bei ihm blieb ihr Verstand erstaunlich still, als wären alle Unklarheiten schon vor Urzeiten beseitigt worden, als gäbe es nichts, was zwischen ihnen stand. Sie kannte nicht einmal seinen Namen, aber er kam ihr vor wie ein guter, alter Freund. Sie wollte nicht wissen, woher er kam, wohin er ging, wie alt er war oder was er zurückgelassen hatte, als er in dieses Theater kam – mit einer unbändigen Lust wollte sie ihn nur spüren.
Das hatte sie noch niemals zuvor in ihrem Leben erlebt, aber bei diesem Menschen war Assassina sich felsenfest sicher, dass er zu ihr gehörte, dass er auf eine unbestimmte Art und Weise genauso war wie sie. Er und sie hatten eine Verbindung, die nicht mit Worten zu erklären war.
„Komm zu mir“, sagte er lächelnd. „Die Nacht ist unglaublich schön heute.“
Assassina genoss, wie seine dunkle Stimme sie durchrieselte. Der Bass in seinen Worten brach in mitreißenden Wellen über sie herein. Diese Ausgeglichenheit in seiner Art, zu sprechen, elektrisierte sie.
Ob er sich bei allem so viel Zeit gönnt?
Das Bild seiner langsam abwärts wandernden Zunge auf ihrem Bauch zuckte durch ihr Gehirn. Sie lächelte ihm zu und als er sich dann ganz entspannt wieder von ihr abwendete und in die Dunkelheit schaute, wusste Assassina, dass auch er spürte, wie sehr sie zusammengehörten. Dieses Wissen erschreckte sie, denn natürlich hatten sie keine gemeinsame Zukunft. Ihr Ziel, wieder Mensch zu werden und in ihr altes Leben zurückzukehren, war unumstößlich. Aber gleichzeitig war es sinnlos, zu leugnen, dass dieser Mann sie ein Stück ihres Weges dorthin begleiten würde. Langsam machte sie ein paar Schritte hinaus. Der Garten des Theaters war riesig. Sicher hatten früher viele Leute in den Pausen der Vorstellungen die blühende Natur bewundert. Paare hatten sich in die stillen Ecken verzogen …
„Der Garten ist alt und deshalb unheimlich stark. Das Gift – die Pflanzen haben es überlebt“, murmelte der Schattenfürst neben ihr und ohne sie anzusehen, fragte er: „Sagst du mir deinen Namen?“
„Assassina“, hauchte sie und schaute sich sein Antlitz von der Seite an. So wie eigentlich jeder in diesem Haus war auch er ein Stück größer als sie. Seine Schultern breit, seine Arme muskulös, seine Züge kantig. Er hatte etwas Kriegerisches an sich. Natürliches Charisma lag in seinem Auftreten und mit jedem Atemzug nahm sie mehr davon wahr.
„Der Geruch des Gartens erzählt Geschichten des Anbeginns der Zeit.“ Seine dunkle Stimme warf seine Widerhaken aus, versenkte sie in ihrem Körper und besiegelte ihr naturgegebenes Interesse an ihm. „Schau dir die Bäume an. Sie sind in die Jahre gekommen, sie riechen nach Vergangenheit. Die Sträucher sind knorrig und haben dicke, duftende Stämme. Die Erde, sie vereint alle langen, starken Wurzeln in sich und obwohl sie vergiftet ist, gibt sie der Natur noch genug. Diese Erde, sie wird allem genügen. Dieser Garten wird alles überleben.“
Assassina starrte ihn an. „Sprich weiter“, hauchte sie kaum hörbar.
Er hatte es nicht wahrnehmen können, dennoch fuhr er fort: „Ich muss in diesen Garten hinein! Ich rieche Walnussbäume.“ Er schaute in die Dunkelheit des großen Parks hinein. „Und du, Nachtmahr, kannst du den süßen Duft der Lavendelbüsche in der Luft ausmachen? Die Würze des Efeus?“ Er schaute sie an. Seine Lippen formten sich in Zeitlupe zu einem virtuosen Lächeln. In seinen dunklen Kaffeeaugen las sie Interesse.
„Nachtmahr?“, fragte sie gedankenverloren. Er redete so seltsam. Es fühlte sich an, als würde er sie verzaubern. Mit Magie belegen, die sie unfähig machte, zu denken. Seine Stimme brachte sie dazu, völlig den Faden zu verlieren.
„Ja“, sagte er mit unüberhörbarem maskulinen Selbstbewusstsein. „Du bist eine Herrin der Nacht. Du ziehst die Dunkelheit um dich herum zusammen. Schwärze folgt dir, hüllt dich ein. Sie bestimmt dein Äußeres und dafür herrschst du über sie. Es ist ein lebendiges Schwarz. Und so lebendig sind die Träume, die du bringst.“ Sein Tonfall war unergründlich.
Diese Stimme könnte sehr viel Macht über sie haben, das spürte Assassina tief in ihrem Herzen. Doch auch er schien wie berauscht von ihrer Anwesenheit, sein Blick war so intensiv, so zärtlich, dass er seine unerklärliche Bewunderung für sie verriet. Sie zogen sich gegenseitig an, umkreisten wie Satelliten ein gemeinsames Zentrum …
Für einen intimen Augenblick hing sie seinen Worten noch nach. Die Geräusche der Nacht mischten sich mit der Erinnerung an seine Stimme. Dann kam sie ihm ein Stück näher. Sein Anblick, sein Duft, sein Klang machten sie trunken.
„Ich habe gehört, dass ihr gefährlich seid“, murmelte er.
Sie nickte. „Das ist wahr.“
„Und du bist die Königin der Gefahren?“
„Ich bin die Anführerin dieser Allianz.“
Er legte den Kopf etwas schräg und sagte etwas, das Assassina seltsam stark erschütterte: „Wenn du die Anführerin bist, warum bist du dann nicht auch da draußen heute Nacht?“
Weil Basuka es so bestimmt hat. Der Gedanke rüttelte sie wach und sie erkannte, dass sie noch viel zu lernen hatte. Ich muss mit offeneren Augen durch die Amazonenwelt gehen. Dieser Beschluss stand plötzlich unwiderruflich fest in ihrem Herzen.
Und dem Mann, der, ohne es zu wissen, einen wichtigen Wendepunkt in ihrem Denken ausgelöst hatte, flüsterte sie zu: „Heute Nacht bin ich hier und nicht mit ihnen da draußen, weil sie mich aus Angst als Anführerin akzeptiert haben.“ Sie befeuchtete ihre Lippen. „Ich muss mich noch als würdig erweisen, schätze ich.“
Er legte die Stirn in Falten und nickte, als wüsste er sofort, wovon sie sprach. „Das wird dir gelingen, wenn du deine Stärken kennst.“
„Ich lerne sie gerade kennen“, gab sie vorsichtig zurück. „Erst nach und nach wird mir bewusst, worauf es ankommt.“
„Wie wäre es“, sagte er lächelnd, „wenn du als Akt deiner Gnade bestimmst, dass ich wenigstens in diesen Garten kann, bevor die Bombe an meinem Bein zündet. Ich will an diesem weisen, großartigen Garten teilhaben. Tust du das für mich, Nachtmahr, Anführerin der Amazonen?“
Sie spürte, dass sie nickte. „Ich werde den Mittelpunkt so verlegen lassen, dass du hinein kannst.“
Assassina konnte nicht genug von seinem Anblick kriegen, sah sich einfach nicht satt, konnte ihre Begierden nach ihm nicht im Geringsten stillen. Sie wollte seine Tätowierungen erforschen. Die Farbe seiner Augen studieren. Die Konsistenz seiner Haut ertasten. Seine Hände befühlen. Seinen Geschmack kosten … Es schockierte sie. Diese Gefühle für einen fremden Mann zu empfinden, war verwirrend.
„Vielen Dank. Assassina.“
Er hatte ihren Namen gesagt, während er sich schon von ihr abwandte. Seine Stimme hing aber noch in der Luft und seine Worte flammten um sie herum. Tausendfach prägte sie sich ein, wie es klang, wenn sein gefährlich begehrenswerter Mund ihren Namen formte.
Wie heißt du?, fragte sie ihn schon in Gedanken und mit der Natur im Rücken, die er offenbar sehr bewunderte, sagte sie: „Wenn du dem Garten meinen Namen nennst, solltest du deinen nicht geheim halten.“
Er hob eine Augenbraue, seine Überraschung über ihre Worte war köstlich. Dann nickte er, die Bewegung war nur zu erahnen. Er wandte sich zurück, richtete sein Wort an die alten Erdenpflanzen, die in der Dunkelheit lauerten.
„Lenan. Mein Name ist Lenan, vielfach verehrte Natur.“
„Schlaf gut, Lenan“, flüsterte Assassina, als er verschwunden war.
Mit dem Blick in den Sternenhimmel beschloss Assassina, dass sie die Zuneigung für diesen geheimnisvollen Mann akzeptieren würde. Er bedeutete ihr etwas, obwohl sie sich kaum kannten. Vielleicht hatte das Schicksal ihn geschickt, damit sie ihren schwierigen Weg zurück finden würde, denn dafür brauchte sie Kraft und Lenan wirkte mit all seiner Ruhe und intuitiven Naturverbundenheit wie der machtvollste Mensch, den sie je getroffen hatte. Assassina glaubte, ihn könnte nichts erschüttern und das war eine Fähigkeit, die sie an ihrer Seite gut gebrauchen konnte.“
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Wer gerne in die Anfänge von Band 1, 2 und 3 der „Vayas Töchter“ hineinlesen möchte, kann dies über Amazon oder eine andere E-Book-Plattform tun, dort findet ihr Leseproben :
https://www.amazon.de/Emilias-Gift-Vayas-T%C3…/…/ref=sr_1_1…
https://www.thalia.de/…/ID64190656.html;jsessionid=aa66b73d…
Und falls ihr noch unentschieden seid, hier ein Ausschnitt aus einer Lesermeinung, die mir sehr ans Herz ging: „Das Buch ist schauderhaft schön, nicht selten laufen einem kalte Schauer über den Rücken oder einem wird wallend heiß …“
In diesem Sinne: Traut euch und nehmt einen großen Schluck von Vayas Leidenschaft.
Danke, Michaela und Beate




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