Freitag, 5. Mai 2017

Leseprobe von Karin Koenicke und ihrem Buch "Pretty Womanizer"



Und noch eine Leseprobe für euch! Dieses Mal aus meinem "Pretty Womanizer". Da mietet sich eine toughe Anwältin einen Begleiter für ein Abendessen - ausgerechnet Macho Logan erwischt sie! Später im Buch besucht sie ihn in der Autowerkstatt... vielleicht gefällt euch die Szene
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***
Er war der Letzte in der Werkstatt. Nur lag er heute nicht unter einem schwarzen Rover, sondern lehnte tief über der geöffneten Motorhaube eines schreiend rosa lackierten Cadillacs.
Sie ging näher an das Auto heran. Logans T-Shirt hatte Flecken, seine dunklen Haare standen in alle Richtungen und es war mindestens drei Tage her, dass er sich rasiert hatte. Trotzdem raubte sein Anblick ihr den Atem.
„Hi“, begrüßte sie ihn. „Ich würde gern mit dir reden.“
Er sah kurz zu ihr hoch, ohne sich ganz aufzurichten. Nicht einmal den Schraubenzieher, mit dem er dem Motor zu Leibe rückte, legte er weg.
„Keine gute Idee“, antwortete er nur und tauchte wieder in die Tiefen des Cadillacs ab.
„Oh, doch“, widersprach sie. „Es ist wichtig.“
Das schien ihn absolut nicht zu interessieren. Er griff nach einer bereitliegenden Zange und schraubte jetzt mit beiden Werkzeugen im Inneren des Oldtimers herum.
„Ich kann mir schon vorstellen, dass es schwer ist, aber wir haben uns entschieden“, erklärte er den Zündkerzen. „Es hat nicht funktioniert mit uns beiden, das ist nun mal so. Da nutzt es auch nichts, wenn wir jetzt alles noch einmal durchkauen.“
„Darum geht es mir gar nicht!“, stellte Rebecca klar.
Er jedoch hörte sie nicht, weil er weiterhin in den Motorraum hineinsprach. „Du und ich, das war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Damit muss man sich einfach abfinden. Außerdem war ich nie ein Freund der nachträglichen Analyse, damit tust auch du dir keinen Gefallen.“
„Logan, deshalb bin ich doch gar nicht hier!“
„Besser ein schnelles Ende, als alles unnötig in die Länge zu ziehen. Sonst tut es doch nur jedem weh. Und ein Neuanfang würde nichts bringen, das wissen wir doch genau, deshalb sollten wir erst gar nicht …“
„Verdammt, Logue, ich will überhaupt keinen Neuanfang!“, brüllte Rebecca und warf einen Schraubenschlüssel auf den Betonboden, dass es schepperte.
Logan fuhr endlich hoch. „Nicht?“, fragte er überrascht.
„Nein, du eingebildeter Macho! Es geht um etwas ganz anderes. Und jetzt tauch nicht wieder in diesen rosafarbenen Walfisch ein, sonst hau ich dir den nächsten Schraubenschlüssel auf den Kopf statt auf den Boden.“
Er schaffte es immer noch innerhalb weniger Sekunden, sie zur Weißglut zu bringen.
„Okay, okay.“ Logan hob die Arme, um Rebecca zu besänftigen, und legte seine Werkzeuge auf dem Regal neben sich ab. „Worum geht es denn dann?“
„Quentin hat mich gefeuert, weil er mich beim Schnüffeln in seinem Büro erwischt hat. Richterin Stanton hat mich ebenfalls rausgeworfen, als ich ihr von Quentins Betrügereien erzählen wollte. Beide sorgen jetzt dafür, dass ich nie mehr einen Job als Anwältin kriegen werde. Ich hab kein Geld, keine Arbeit, aber ich muss irgendwie beweisen, dass er Dreck am Stecken hat, schon allein wegen meinem Dad. Und wegen Benito Alvarez. Aber vor allem, weil er gegen das Gesetz und die Gerechtigkeit handelt. Allein schaffe ich das nicht. Können wir nicht rein platonisch zusammenarbeiten?“
Er sah sie einige Sekunden an. Dann blühte in seinem Gesicht ein kleines Lächeln auf.
„Bravo, Becky“, sagte er. „Im Gegensatz zu Donald Trump kommst du in deinen Ansprachen direkt auf den Punkt und kriegst vollständige Sätze zusammen.“
„Soll das heißen, du rätst mir, in die Politik zu wechseln, statt mich um Quentins Drogenspray zu kümmern?“
Er wischte sich seine öligen Hände an einem ebenso schmutzigen Tuch ab und schien nachzudenken.
„In der Politik könnten sie dich nicht brauchen, du bist zu wenig korrupt“, sagte er.
„Du hingegen erfüllst schon mal eine Voraussetzung: Du schaffst es, Fragen geschickt auszuweichen – zumindest meiner. Deshalb nochmals: Hilfst du mir? Auf rein geschäftlicher Ebene natürlich.“
Gespannt sah Rebecca ihn an. Er klappte die Stange ein und ließ die Motorhaube nach unten fallen. Mit einem lauten Knall schloss das rosa Monster sein Maul.
„Du wärst die erste Frau, die ihre Emotionen kontrollieren kann.“
„Ich bin nicht als Frau hier, sondern als stinksaure Anwältin, deren Karriere von einem Mistkerl mit verflucht guten Beziehungen zerstört wurde.“
Er neigte den Kopf zur Seite. „Das ist allerdings ein Argument.“

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