Donnerstag, 4. Mai 2017

Leseprobe von Jacqueline Vellguth ihrem Buch "Der Duft von Büchern und Kaffee"



Und hier die zweite Leseprobe.
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Nach meinem Päckchen biete ich dir hier einen etwas längeren Einblick in Amys Buchladen. Viel Spaß mit ihrem Besucher
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Der Duft von Büchern und Kaffee ~ http://amzn.to/2pEJLLk
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.~*´ Klappentext `*~.
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Amys Traum: Ein eigener Buchladen in New York. Und das Beste? Er scheint sogar erreichbar. Zumindest, bis der attraktive Teilzeit-Rocker Ryan auftaucht und ihre Pläne gründlich durcheinanderbringt.
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Denn er ist der Enkel ihrer Chefin und die hat sich gerade einen ziemlich verrückten Wettbewerb für ihre Erbschaft ausgedacht.
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Amy bleibt nichts anderes übrig, als sich darauf einzulassen und ihr Bestes zu geben, um ihren Traum doch noch zu verwirklichen.
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Eine Liebeserklärung an einzigartige Bücher, den Duft von frisch gebrühtem Kaffee und die Macht der Veränderung.
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.~*´ Kapitel 1 `*~.
5Books
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Wie fast jeden Morgen in den vergangenen sechs Jahren schob Amy den Schlüssel in das Schloss der feuerroten Türe. Sie legte die Finger auf das kühle Metall der Klinke und öffnete den Laden.
Ein schwacher Luftzug trug ihr den Geruch von Büchern entgegen. Das staubige Rauchgrau von alten Seiten, die schon von vielen hundert Händen umgeblättert worden waren. Das frische Schneeweiß von gerade ausgepackten Neuerscheinungen. Das würzige Erdschwarz der Tinte von aus dem Druck gegangenen Exemplaren. All diese Aromen mischten sich zu dem heimelig, samtigen Duft eines gerade aufgeschlossenen Buchladens und wurden begleitet von dem sanften Bimmeln der kleinen Türglocke.
Wie jedes Mal durchlief sie ein leiser Schauer, der auf ihrer Kopfhaut begann, ihre Arme hinunterkitzelte und erst in ihren Zehenspitzen endete.
Otis Stummelschwanz wedelte in der Höhe ihrer Wade, er wollte schnell hinein. Sie hockte sich neben der kleinen Dogge hin und kraulte ihm den Nacken.
Auch nach all der Zeit konnte sie noch nicht fassen, dass sie tatsächlich so viel Glück hatte, hier arbeiten zu dürfen. »Guten Morgen!«, rief sie, aber es kam keine Antwort.
Vielleicht war Beatrice zum Markt gegangen oder noch auf ihrer morgendlichen Runde. Trotz ihrer 72 Jahre war sie gut zu Fuß und täglich in Greenwich unterwegs.
Amy löste Otis’ Leine. Mit einem fröhlichen Wuff sprang die schwarze, französische Dogge in den Raum, an dem Tresen mit der uralten Registrierkasse vorbei und zu ihrem Wassernapf direkt neben dem alten Klavier an der Seitenwand. Nach der morgendlichen Bahnfahrt vom anderen Flussufer und dem langen Spaziergang am Hudson entlang hatte ihr bester Freund immer riesigen Durst.
Amy drehte lächelnd das Schild an der Eingangstür auf geöffnet und wartete, bis Otis es sich in seinem rot gepolsterten Körbchen gemütlich gemacht hatte. Dann hockte sie sich neben ihn, um ihn ausgiebig hinter den Ohren zu kraulen. Er drückte seinen Kopf in die Liebkosung hinein. »Sieht so aus, als wären wir heute allein. Wenn wir Glück haben, bringt Beatrice dir ein Würstchen mit, was meinst du?«
Sie hatte ihrer Chefin viel zu verdanken. Und zwar nicht nur, dass sie Amy damals überhaupt einen Job gegeben hatte. Welcher rational denkende Mensch hätte sie schon ohne vernünftige Ausbildung eingestellt? Sondern vor allem, weil Otis das Ladenmaskottchen spielen durfte. Der arme Kerl würde vor Kummer ein¬gehen, wenn er den ganzen Tag alleine zu Hause sitzen müsste.
Ja, in vielerlei Hinsicht war Beatrice eher Amys gutmeinende Tante als ihre Chefin und mit ein bisschen Glück würde Amy sogar irgendwann den Laden übernehmen dürfen. Das war ihr Traum: Ein eigener Buchladen.
Aber bis dahin begnügte sie sich gerne mit ihrem momentanen Job, denn Beatrice’ Ruhestand lag hoffentlich noch in sehr, sehr weiter Ferne.
Für den Moment war Amy einfach nur glücklich wie es war und hoffte, dass sich einfach niemals etwas ändern würde.
Sie ließ einen prüfenden Blick durch den Laden schweifen. Das Klavier müsste dringend abgestaubt werden, der Leseclub für den Nachmittag wollte vorbereitet sein und hinter dem Tresen wartete noch eine Bücherkiste von gestern darauf, dass Amy sie auspackte. Im Lagerraum war dafür wohl kein Platz mehr, aber darum würde sie sich gleich Gedanken machen.
Jetzt brauchte sie erst einmal einen Kaffee, um sich für den Tag zu stärken und natürlich Frühstück für Otis. Sie zog die Dose mit dem Futter aus dem Rucksack, füllte den Napf und nahm seine Wasserschüssel mit ins Badezimmer.
Dafür ging sie zwischen den hohen Regalen hindurch, auf denen sich die Buchrücken in bunten Streifenmustern aneinanderreihten, und trat durch die unscheinbare Tür in der Rückwand in den kurzen, dunklen Flur. Gleich rechts war das Bad, gerade groß genug für eine Toilette mit einem Waschbecken, das so klein war, dass sie eine Tasse benutzen musste, um den Wasserkocher zu befüllen.
Sie stellte ihren Rucksack hinter den Tresen und brachte Otis seinen Napf, während das Wasser kochte.
Ein Instant-Kaffeetütchen, ein Tütchen Stevia und zwei Tütchen Kaffeeweißer später war ihr Kaffee fertig. Keine Ambrosia, aber wenigstens machte er munter. Während Amy an ihrer roten Lieblingstasse nippte und zurück zum Tresen ging, checkte sie ihr Handy. Beatrice hatte eine Nachricht hinterlassen.
Ich bin bei meiner Schwester in Pennsylvania. Sie ist gestürzt. Melde mich, sobald ich Näheres weiß.
Amy blieb stehen und sah Otis überrascht an. »Seit wann hat sie denn eine Schwester?« Die kleine Dogge legte den Kopf zur Seite und drehte ihre Ohren aufmerksam in ihre Richtung. Da klingelte die Glocke über der Tür.
Ein junger Mann trat in den Laden und er entsprach so gar nicht dem Klientel, das für gewöhnlich hier vorbeikam. Er trug eine Jeans mit ausgefransten Löchern, eine schwarze Lederjacke über seinem weißen T-Shirt, war groß und schlank. Das braune Haar fiel kurz und durcheinander in seine Stirn, als wäre er gerade erst aus dem Bett gestiegen und er sah sie mit einem lässigen Grinsen aus freundlichen, dunklen Augen an.
Ein warmes Gefühl breitete sich in ihrem Innern aus.
Hinreißend. Absolut sexy und selbstbewusst. Genau der Typ Mann, auf den Amy früher sofort hereingefallen wäre. Dabei war die Wahrheit vollkommen offensichtlich. Schon die Löcher in seiner Hose sprachen Bände darüber, dass er nicht gerade sorgsam mit seinen Sachen umging.
Nein, der wollte nichts Dauerhaftes und hatte ganz sicher keinen festen Job.
Sollte sie doch alle Warnsignale über Bord werfen und sich auf ihn einlassen, würde sie spätestens in drei Wochen ihren Beweis bekommen. Dann, wenn sie völlig am Boden zerstört und ohne einen Penny Geld in der Tasche irgendwo in der Gosse lag – im schlechtesten Fall mit einem blauen Auge oder einem gebrochenen Arm.
Aber nicht mit ihr. Nein. Ihr neues Ich hatte sich endlich eingelebt. Die Wohnung war eingerichtet, sie liebte ihren Job, in dem sogar Otis einen Platz gefunden hatte.
Sie würde das nicht aufs Spiel setzen. Auch dann nicht, wenn er mitten in Greenwich in ihren Laden stolperte mit so einem sexy Lächeln auf den weichen Lippen, dass es ihr altes Ich sofort in die Knie gezwungen hätte.
Amy bemerkte gerade noch, dass sie starrte und riss ihren Blick los.
Stattdessen setzte sie den Kaffee ab, straffte ihre Schultern und begrüßte ihren ersten Kunden mit einem Lächeln. »Guten Morgen, Willkommen in den 5 Books, kann ich Ihnen helfen?«
»Ich suche Misses Benson.« Seine Stimme war weich und tiefer, als sie erwartet hätte. Wärme füllte ihren Magen.
»Die ist momentan leider unabkömmlich. Vielleicht kann ich Ihnen helfen?«
»Ich weiß nicht.« Er schob die Hände in die Hosentaschen und sah sich ratlos um.
Ein unschlüssiger Kunde, das war immer eine nette Herausforderung. Darauf konzentrierte Amy sich, nicht auf die Lederjacke, nicht auf die weichen, braunen Augen. »Welches Buch haben Sie denn zuletzt gekauft?«, fragte sie und war entschlossen, etwas für ihn zu finden, das ihm von Herzen gefiel. Ein glücklicher Käufer, das wäre ein guter Start in den Tag.
Er sah sie einen Augenblick verwirrt an. »Einen Reiseführer von New York«, sagte er schließlich.
»Sie sind Tourist?«, fragte Amy überrascht.
Er nickte. »Das kann man so sagen.« Sein Lächeln war schief und irgendwie ansteckend.
Sie fragte sich, warum seine Jacke keine Nieten hatte und versuchte, sich wieder zu konzentrieren. »Dann darf ich Ihnen vielleicht dieses Regal hier zeigen.« Sie führte ihn Richtung Otis, der hob den Kopf und hechelte interessiert in ihre Richtung. »Hier finden Sie alles über die Stadt. Themenbasierte Reiseführer, lokale Autoren und Belletristik, die in Greenwich spielt. Alles, was das Herz begehrt.« Sie lächelte und sah ihn erwartungsvoll an.
Er blieb neben ihr stehen, fuhr sich mit den Fingern durch das wuschelige Haar und sah unschlüssig auf das Regal. »Wenn ich ehrlich bin, hab ich den Reiseführer nicht einmal aufgeschlagen.«
»Also vielleicht doch lieber etwas anderes? Ein Krimi oder eher Fantasy?« Irgendwelche Vorlieben musste er doch haben.
Er warf einen abwesenden Blick auf das Klavier. »Ich denke, ich warte lieber auf Misses Benson … was ist das?«, fragte er.
»Ein Klavier«, sagte Amy und kam sich im selben Moment ziemlich dämlich vor, denn das war ja wohl offensichtlich. Sie strich ihren Rock glatt.
Er lachte und es klang ein wenig verlegen, aber auch herzlich. »Das sehe ich. Ich meine, wieso steht es in einem Buchladen?«
Er sah sie mit ehrlichem Interesse an und das machte die Situation irgendwie einfacher. »Das steht schon hier, so lange ich denken kann. Ich staube es nur gelegentlich ab. Also würde ich sagen, es ist Deko.« Sie lächelte, während er mit seinen Fingern über einen uralten Holzschnörkel des Instrumentes strich. Es sah fast zärtlich aus, so als würde er einen alten Bekannten wiedertreffen.
Die Wärme in ihr verwandelte sich in ein merk¬würdiges Ziehen. Das lag sicher nur daran, dass sie ihren Kaffee noch nicht zu Ende getrunken hatte.
Bestimmt.
»Darf ich es öffnen?«, fragte er, wartete aber nicht auf eine Antwort, sondern hob den Deckel. Mit einem sicheren Griff fand er die alten, vergilbten Tasten. Der Akkord, der dabei herauskam, hörte sich selbst in Amys Ohren schrecklich an. Otis bellte sogar einmal kurz und ließ seinen Kopf erst wieder in sein Kissen sinken, als der junge Mann das Gesicht verzog und den Deckel schloss. »Es wird wohl nicht sehr oft gespielt«, stellte er fest.
»Noch gar nicht in der Zeit, die ich hier arbeite.«
»Aber es gehört Misses Benson?«, fragte er.
»Sicher.« Wem sonst? Amy bekam das Gefühl, dass hier irgendetwas nicht stimmte.
Er nickte nachdenklich.
»Sie wollen gar kein Buch kaufen, oder?«, fragte sie. Irgendwie fand sie das schade, sie hätte ihm gerne weitergeholfen.
Es stellte sich nur die Frage, weshalb er dann sonst hier war.
»Eigentlich habe ich einen Termin. Sie wissen nicht zufällig, wann Misses Benson wiederkommt?«
Einen Termin? Das war ja etwas ganz Neues. »Nein, das tut mir leid. Es gab einen familiären Notfall, ihre Schwester ist gestürzt. Sie konnte noch nicht sagen, wann sie wieder zurück ist.«
»Schwester?«, fragte er überrascht.
»Kann ich ihr vielleicht etwas ausrichten?«
»Nein … doch …« Er atmete tief durch. »Sie können ihr sagen, dass ihr Enkel hier war.«
»Enkel?« Jetzt war es an Amy, erstaunt auszusehen.
Er nickte. »Beatrice Benson ist meine Großmutter. Sie hatte mich herbestellt und gesagt, es ginge um ihren Ruhestand – Sie wissen nichts davon?«
Amy blinzelte ihn verdutzt an und schüttelte den Kopf.
Ihr Enkel? Und den bestellte sie wegen ihres Ruhestands her? Vielleicht als Erben.
Und ganz einfach so lösten sich all ihre Zukunftspläne, die sie gerade noch gehabt hatte, in Luft auf.
Es fühlte sich an, als wäre der Boden unter ihren Füßen aufgerissen, hätte einen metertiefen Spalt gebildet und sie einfach so verschluckt.
»Es … es tut mir leid … aber sie hat mir nichts von einer Verabredung gesagt … oder … warten Sie …« Amy warf einen Blick auf ihr Handy.
Es fiel ihr schwer, sich zu konzentrieren, während sie immer noch versuchte, seine Worte zu verdauen. Da entdeckte sie eine E-Mail, die sie vorhin übersehen haben musste.
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Eine Übersicht aller meiner Bücher findest du auf meiner Seite:
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http://www.jvellguth.de/start/
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Ganz liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen
Jacky



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