Mittwoch, 3. Mai 2017

Leseprobe mit Lily Konrad

Hallo in die Runde und euch allen einen schönen 1. Mai.
Heute darf ich Leseproben aus meinen Büchern posten. Ich bedanke mich herzlich bei Michaela für diese tolle Gelegenheit :*




Gerne möchte ich euch zuerst meinen neuesten Roman "Schmetterlinge können das" vorstellen. Es ist die Geschichte einer Frau, die nach einem folgenschweren Anruf vor den Scherben ihres bisherigen Lebens steht und die ... aber lest am besten den Klappentext:
"Du bist jahrelang im Verpuppungsstadium gewesen und hast es erst vor Kurzem verlassen. Nun bist du dabei zu entdecken, dass du Flügel hast."
An einen ganz normalen Montagmorgen erhält Betty einen folgenschweren Anruf. Bis dahin verlief ihr Leben in geregelten Bahnen und die Verantwortung dafür trugen andere. Doch jetzt bleibt nicht nur von ihrer Ehe, sondern auch von ihrem ohnehin schwachen Selbstbewusstsein lediglich ein Scherbenhaufen übrig. Zunächst klammert Betty sich an die Hoffnung, mit ein wenig Geduld ihr früheres Leben zurückerobern zu können. Schon bald muss sie allerdings erkennen, dass kein Weg dorthin zurückführt.
Durch ihre bittere Erfahrung lernt die junge Frau, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dabei sind die ersten Schritte die schwierigsten, aber sie wird von ihrer Schwester Conny tatkräftig unterstützt. Die schlechte Nachricht für sie ist, dass es Ritter in schimmernder Rüstung nur in Heldensagen gibt - die gute, dass sie selbst genug Kraft besitzt, um ihr Leben neu zu ordnen.
Klingt interessant? Dann habe ich hier noch eine Leseprobe für euch:
"In einem der süßen kleinen Läden in der Altstadt von Nizza fand ich zufällig das perfekte Mitbringsel für Anna: ein weißes Trägerkleidchen mit vielen bunten Schmetterlingen darauf. Es war im Schaufenster ausgestellt und sprang mir sofort ins Auge. Ich überhörte Connys Protest, dass es für ein Kinderkleid viel zu teuer sei. Das stimmte zwar, aber dafür war es einfach wunderschön. Ich brauchte mir nur auszumalen, wie entzückt Anna sein würde, wenn sie es auspackte. Diese Vorstellung wog schwerer als die Einwände meiner Schwester und so bugsierte ich sie in den Laden.
»Was habt ihr nur neuerdings mit diesen Flattermännern?«, fragte Conny, erstaunt und leicht genervt. »Die haben euch doch früher nicht sonderlich interessiert.«
»Stimmt«, bestätigte ich lächelnd. »Früher nicht. Aber jetzt schon.«
...
Dann sagte Conny gar nichts mehr, mischte sich auch nicht ein, als ich all meine Französisch-, Italienisch- und Englischkenntnisse zusammenkratzte, um das Kleidchen in der richtigen Größe zu kaufen. Erst als wir den Laden wieder verlassen hatten und ich mit der Einkaufstüte in der Hand neben ihr die Altstadtgasse entlang schlenderte, brach Conny ihr Schweigen.
»Du hast tatsächlich Ähnlichkeit mit einem Schmetterling, Betty, weißt du?«, meinte sie ernst. »Es ist gerade so, als wärest du jahrelang im Verpuppungsstadium gewesen, vergraben in deinem Haus und in der Ehe mit Andi. Erst jetzt bist du dabei, das hinter dir zu lassen und zu entdecken, dass du Flügel hast. Das eigentliche Leben ist hier draußen. Man muss ein bisschen was wagen, um Spaß zu haben. Und ich kann dir nur noch bedingt weiterhelfen. Ich kann zwar vor dir die schönsten Pirouetten drehen und durch die Luft segeln bis die Sonne untergeht. Aber deine Flügel ausbreiten und los fliegen – das musst du alleine.«
Unwillkürlich warf ich einen Blick über meine Schulter nach hinten, nur um festzustellen, dass ich nicht wirklich zum Schmetterling geworden war.
»Ich kann sie nicht fühlen, Conny«, erklärte ich leise.
»Was kannst du nicht fühlen?«, echote sie verdutzt, ihr Gesicht ein einziges Fragezeichen.
»Meine Flügel«, antwortete ich ernst. »Und solange ich sie nicht spüre, kann ich sie auch nicht ausbreiten.«
»Das stimmt«, gab sie zu, wobei sie mich nachdenklich betrachtete. »Aber sie sind da. Ich kann sie sehen. Früher oder später wirst du merken, dass sie da sind. Und dann, Betty, denkst du gar nicht mehr lange darüber nach, ob du es kannst, sondern fliegst einfach los.«
Als ich mir ihre Worte durch den Kopf gehen ließ, stahl sich ein Grinsen auf mein Gesicht und klebte dort fest. »Schmetterlinge können das, nicht wahr?«, vergewisserte ich mich.
Conny nickte nur. »Ja, sie können es«, bestätigte sie, »und du kannst es auch. Du wirst sehen, es ist ganz einfach. Ich freue mich schon auf den Moment, in dem es so weit ist.«
»Nicht so sehr wie ich«, entgegnete ich. »Ich kann es kaum noch erwarten. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich ein bisschen Angst davor habe abzustürzen.«
Hier ist der Amazon-Link zu diesem Buch, wo ihr natürlich auch den "Blick ins Buch" findet:
https://www.amazon.de/Schmetterlinge-können-das-Lily-Kon…/…/
Als zweites möchte ich euch "Diesseits der Unendlichkeit" vorstellen. Eigentlich ist das Band 3 einer Trilogie (Band 1 heißt Staub von den Sternen, Band 2 Was andere nicht haben), aber die Handlung ist in sich abgeschlossen. Wenn man allerdings alle drei Teile lesen möchte, sollte man das in der richtigen Reihenfolge tun, weil man sonst zu sehr gespoilert wird.




Dies ist der Klappentext:
Nachdem Robin persönlich für seine Firma ins Rampenlicht der Öffentlichkeit getreten ist, laufen die Geschäfte gut. Doch ist das auf Dauer sein Schlüssel zum Glück? Mehr und mehr hat er das Gefühl, dass ihm dafür noch etwas Entscheidendes fehlt. Aber es gehört Mut dazu, bekannte Pfade zu verlassen und auf sein Herz zu hören statt auf seinen Verstand.
Während Silvia mit einem Schicksalsschlag fertig werden muss, verliebt sich ihre Tochter Laura Hals über Kopf in den attraktiven Leon. Allerdings scheint den jungen Mann ein dunkles Geheimnis zu umgeben. Wird es Laura gelingen dahinterzukommen, und hat ihre Liebe überhaupt eine Chance?
Und dies ist die Szene, in der sich Leon und Laura zum ersten Mal begegnen:
Leon Callan hatte als einer der Ersten den Hörsaal betreten und sich ziemlich weit nach vorne gesetzt. Er war genervt, wollte die Einführungsveranstaltung nur so schnell wie möglich hinter sich bringen. Wenn es keine Anwesenheitspflicht dafür gegeben hätte, wäre er zu Hause geblieben. Und hätte Kai, dem aufgeblasenen Kerl, das Feld überlassen. Der und Medizin? Lachhaft! Ohne die Beziehungen seines Vaters wäre der doch in hundert Jahren noch nicht zugelassen worden. Erstaunlich, dass er überhaupt das Abitur geschafft hatte. Außerdem konnte Leon sich nicht vorstellen, dass Kai sich wirklich für Medizin interessierte. Aber irgendwie hatte er offensichtlich Wind davon bekommen, dass Leon sich für diesen Studiengang beworben hatte. Daraufhin musste er ihm das natürlich nachmachen, ganz nach dem Motto: was ein Callan schafft, kriegt ein Gerstanger schon lange hin. Selbstverständlich hatte Kai sich in Frankfurt beworben, um bloß in Papis Nähe bleiben zu können.
Und dann war er auch noch zur selben Einführungsveranstaltung gegangen wie Leon, obwohl es davon drei gegeben hätte. Natürlich hatte das einen Grund, den Kai keineswegs zu verheimlichen versuchte. Er hatte sich Leon entgegengestellt, gleich nachdem dieser sein Auto geparkt hatte und ausgestiegen war.
»Glaub bloß nicht, dass du hier auch nur ein Bein auf den Boden kriegst, Callan«, hatte er ihn angeraunzt. »Ich werde allen erzählen, was für ein Typ du bist. Jeder wird Bescheid wissen und einen großen Bogen um dich machen.«
Obwohl er innerlich gekocht hatte, hatte Leon nur mit den Schultern gezuckt. »Geh mir aus dem Weg, Gerstanger«, hatte er geantwortet. »Lass mich einfach in Ruhe.«
Nach kurzem Zögern war Kai tatsächlich zur Seite getreten, natürlich nicht ohne einige weitere, wenig schmeichelhafte Worte an Leon zu richten. Dieser hatte nichts mehr entgegnet, sondern war schnurstracks über den Campus in den Hörsaal gestürmt, wo er sich in einer der vorderen Reihen niedergelassen hatte. Er war heilfroh, als sich kurz darauf einige andere Leute neben ihn setzten, sodass Kai vorerst keine Möglichkeit mehr dazu finden würde, ihn zu behelligen, selbst wenn er es versuchen sollte.
Leon nickte seinen Banknachbarn zur Begrüßung kurz zu, aber bis auf ein halbwegs freundliches »Hallo« schwieg er sich aus. Viel zu sehr brodelte es in seinem Inneren.
Wollte dieser Dreckskerl Kai ihn nun sein Leben lang verfolgen? Hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, ihm so viele Steine in den Weg zu legen wie irgend möglich? Wahrscheinlich hatte er tatsächlich nichts anderes zu tun – und anscheinend auch keine anderen Interessen.
Während Leon noch tief in seinen finsteren, zornigen Gedanken versunken war, verspürte er mit einem Mal ein Prickeln im Nacken. Ein Gefühl, als würde ihn jemand beobachten. Er warf einen Kontrollblick zu Kai. Dieser war jedoch anderweitig beschäftigt. Er stand ein Stück weiter hinten an die Wand gelehnt und war offensichtlich dabei, die Frauen in seiner Reichweite davon zu überzeugen, dass er der schärfste Typ an der ganzen Uni war. Oder in ganz Frankfurt.
Aber wer hatte Leon dann ins Visier genommen? Er drehte sich um, sodass er überprüfen konnte, wer hinter ihm saß. Und entdeckte die schönste Frau, die er jemals gesehen hatte. Jedenfalls kam es ihm so vor.
Ihre Augen musterten ihn neugierig, aber dabei schauten sie nicht misstrauisch oder gar ablehnend, wie er es gewohnt war, sondern voll Wärme. Auf eine Art, dass er in diesen Blick eintauchen, sich darin verlieren wollte.
Die vollen Lippen verzogen sich zu der Andeutung eines Lächelns, was nach Leons Empfinden die Raumtemperatur augenblicklich um ungefähr 100 Grad ansteigen ließ. Das hübsche Gesicht der Frau wurde von einer dunkelbraunen Lockenmähne umrahmt und Leon hätte es nicht weiter verwundert, wenn er um ihren Kopf einen Heiligenschein hätte erkennen können. Oder wenn ihr Flügel aus dem Rücken gewachsen wären.
Jemand wie sie konnte doch unmöglich von dieser Welt sein! Dennoch saß sie da, nur ein paar Schritte von ihm entfernt und schaute ihn an. Schon der Anflug ihres Lächelns genügte, um seine Knie weich werden zu lassen. Welche Wirkung würde es dann erst auf ihn haben, wenn sie ihn tatsächlich anlachte? Fast hatte er ein wenig Angst vor der Vorstellung, aber gleichzeitig wünschte er sich in diesem Moment nichts sehnlicher. Doch dann huschte ihr Blick weiter, während ihr eine sanfte Röte ins Gesicht stieg. Geradeso, als hätte sie etwas Verbotenes getan.
Leons Mund war trocken, die Handflächen feucht, sein Puls raste. Nachdem er einige Sekunden vergeblich darauf gewartet hatte, dass sie ihn noch einmal ansah, drehte er sich wieder nach vorne.
Auch dieses Buch ist auf Amazon zu finden (unter: https://www.amazon.de/Diesseits-Unendlichkeit-Lily-Konra…/…/) oder auf meiner Homepage unter http://www.lily-konrad.de
Vielen Dank fürs Lesen. Ich hoffe, ich konnte eure Neugier wecken und würde mich sehr über eure Rückmeldung zu meinen Büchern freuen, eure Lily



Band 1                                                                                                                          Band 2

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