Mittwoch, 3. Mai 2017

Leseprobe Judith Soul: Drago



Hallo Ihr Lieben,
Die liebe Michaela hat mich eingeladen, heute eine oder auch zwei Leseproben zu posten. Ich schreibe unter dem Pseudonym Judith Soul romantische Science-Fiction ohne Raumschiffschlachten oder Dystopien. 😉Hier kommt die Erste von einem etwas anderem Vampirroman. Zuerst einmal der Klappentext.
Wie gefährlich ist die Liebe eines Dämons?
Manche nannten mich charismatisch, andere behaupteten ich wäre ein Arschloch.
Ich war wohl beides und außerdem noch ein manipulativer Blutsauger, der von einem fernen Planeten stammte. Das ewige Leben kotzte mich an und deshalb riet mir meine Psychologin zu einer eigenartigen Therapie – ich sollte bei einem brutalen Vampirfilm mitwirken.
Ohne große Ambitionen ging ich zu den Dreharbeiten und auf einmal war da dieses zauberhafte Geschöpf, das meinen verschollenen Beschützerinstinkt erwachen ließ und mein dämonisches Herz zum Schmelzen brachte.
Diese Geschichte lädt einerseits zum Schmunzeln ein, andererseits ist sie etwas brutal und gewürzt mit dämonischen Liebesszenen. Bitte erst ab 18 Jahren lesen.
Leseprobe, nichts für Zartbesaitete ;)
Vor dem flachen Gebäude standen schon sehr viele Autos und hinter den beleuchteten Fenstern hockten die Menschen wie Sardinen in der Dose, kurz gesagt es war brechend voll, wie immer. Ich leckte über meine Zahnspitzen, sie verlängerten sich leicht, weil ich die Herzen der vielen Lebewesen hörte und ihr leckerer Duft mein Magen knurren ließ.
»Halte dich diesmal zurück, Drago. Sonst bekommen wir noch Hausverbot«, scherzte Darjana und ich knurrte ungehalten. »Ich werde mich an das Frischfleisch halten.«
»Untersteh dich, in der Öffentlichkeit jemanden auszusaugen«, funkte mein Schwesterherz in mein Gehirn und ich grinste vor mich hin. Wir mussten ein paar Meter über den Parkplatz laufen, Edith tippelte neben mir her und ich hatte auf einmal ihre Hand auf meinem Arm. Sie stoppte mich und sah mich eindringlich an, ich verdrehte innerlich die Augen, jetzt kam wieder eine Therapie. Sie atmete tief ein und dehnte dabei ihren Brustkorb. Ihre Brüste sprangen mir förmlich entgegen und ich hoffte kurz, dass die Knöpfchen von ihrer dünnen Bluse abplatzen würden.
»Einatmen und ausatmen«, sagte sie gepresst und atmete wieder aus. »Machen Sie sich innerlich locker. Die Menschen tun Ihnen nichts, sie sind harmlos.«
»Aber ich nicht«, wollte ich sagen, aber stattdessen machte ich ihre Atemübungen. Sie machte es vor und ich atmete tapfer ein und aus.
»Sehr gut, wie fühlen Sie sich jetzt?«
»Besser«, log ich, weil meine Sinne von dem Geruch der Menschen, die im Fresstempel hockten, überflutet wurden und das machte mich schier wahnsinnig. Ich brauchte was zwischen die Zähne und zwar sofort.
Mirco hetzte auf uns zu und warf sich ein weißes Tuch über die Schulter. »Die Lugoni-Geschwister und Miss Haselbaum, herzlich willkommen. Tisch 42 ist gerade freigeworden«, sagte er etwas atemlos und wir folgten ihm an schmatzenden und quasselnden Gästen vorbei zu Tisch 42. Ich versuchte den Geräuschpegel zu ignorieren, aber die Stimmen und Essgeräusche der Menschen dröhnten in meinen Ohren. Etwas verkrampft hockte ich mich hin und Edith legte ihre Hand auf meine. »Immer schön atmen, beachten sie die Menschen um sie herum gar nicht. Ich bin stolz auf Sie, Mister Lugoni. Sie haben schon große Fortschritte gemacht.«
Das sagte sie so leicht, ich war verdammt dazu im Verborgenen dahinzuvegetieren. Mirco wartete geduldig auf unsere Bestellung, wir hätten uns auch am Büffet selbst bedienen können, aber genau das endete das letzte Mal im Desaster. Ich hatte in wenigen Minuten die besten Leckereien verputzt und die anderen Gäste guckten in die Röhre.
»Bring uns sechs große Malibu-Teller und vier Flaschen von deinem besten Rotwein«, bestellte ich. Mirco hob seine Augenbrauen und Edith beugte sich zu mir. »Wer kommt denn noch?«
»Vier Teller sind für mich«, erwiderte ich knapp und Darjana grunzte abfällig. »Irgendwann muss ich dich von der Decke kratzen, weil du geplatzt bist.«
Ich lehnte mich zurück und streichelte mit beiden Händen über meinen durchtrainierten Bauch. »Ich kann nicht zunehmen, Schwesterherz.«
»Mister Lugoni, wir haben das doch besprochen, sie wollten sich nicht mehr gehenlassen«, sagte Edith.
»Keine Sorge, Edith, ich höre auf, wenn ich satt bin.«
Sie nickte nur und starrte auf meine Hand, die auf meinem Bauch lag und ihr Blick rutschte noch weiter runter. Ohne Schwierigkeit drang ich in ihre Gedanken, das vertrieb meine Langeweile und ich amüsierte mich köstlich dabei.
»Ich würde ihn gerne einmal nackt sehen und mich von ihm durchnageln lassen. So richtig hart und von hinten.«
Ich lächelte sie an und sie zuckte zurück, als ich eine verirrte Strähne hinter ihr süßes Ohr strich und dabei über ihre Ohrmuschel streichelte. »Ich versuche mich zu bessern, Edith.« Sie errötete und ich konnte ihre Erregung förmlich riechen. Verdammt ich war echt ein Arsch und Edith, die verbotene Frucht, war scharf auf mich.
»Sechs Malibu-Teller und vier Flaschen Rotwein«, kam es von der Seite und ein Kellner schleppte mit einer Helferin die bestellten Dinge zu unserem Tisch. »Guten Appetit«, sagte der Kellner und sah mich zuerst mit einem anzüglichen Blick an und dann Darjana. Die schnappte sich einen der hochaufgefüllten Teller und schaufelte das Essen demonstrativ mit den Fingern laut schmatzend in den Mund. »Danke, wir bestellen Nachschub, geh also nicht zu weit weg.«
Ich sah dem konsternierten Kellner nach und begann meinen Teller gesittet mit Gabel und Messer zu leeren. Edith aß natürlich langsam und nobel und mit spitzen Lippen. Naja, sie war Europäerin und wir waren außerirdische Dämonen. Innerhalb dreißig Minuten war ich mit den vier Malibu-Tellern und drei Weinflaschen fertig.
Zufrieden lehnte ich mich zurück, rülpste verhalten und beobachtete träge die Gäste um mich herum. Eine nette Blondine mit großen Titten sah zu mir rüber und ich war noch nicht satt. Während sie mich anlächelte, legte Darjana ihre Hand auf meine Schulter. »Ich bin müde und vollgefressen. Ich bringe Edith nach Hause und du zahlst die Rechnung, schließlich hast du den Löwenanteil verputzt.«
»Keine Leichen und keine Brände«, sendete sie mir noch mental in mein Gehirn, ich ließ die Blondine nicht aus den Augen und antwortete etwas abwesend. »Keine Leichen, keine Brände, registriert…«
»Okay«, hörte ich sie sagen und Edith legte kurz ihre Hand auf meinen Arm. »Morgen um acht Uhr Therapiesitzung. Seien Sie bitte pünktlich.«
»Ich werde da sein«, erwiderte ich. Edith schnaufte schwer, ich war nie pünktlich. Dann verschwanden sie endlich und ich konnte mich meiner Blondine widmen, die mich selig anlächelte.
Zeit für Rock`n Roll…
Mit einem tiefen Knurren schälte ich mich aus meinem Stuhl, meine Zähne fuhren aus dem Kiefer, ich holte tief Luft, mein Atem schoss wie ein Flammenwerfer durch den Raum, immer und immer wieder…
Mit einem teuflischen Grinsen riss ich mein Sakko mitsamt dem Hemd vom Leib und ging durch das Inferno der brennenden und schreienden Menschen zu meinem Opfer. Meine Flügel erschienen, ich breitete lachend meine Arme aus und beobachtete die verkohlten Körper, wie sie auf den Boden fielen und in bizarrer Haltung liegen blieben.
Das Dach brannte inzwischen lichterloh und ich hörte die Blondine aufstöhnen. Sie hatte sich ausgezogen und lag breitbeinig auf dem Tisch. Bereit für mich und meinen harten Schwanz und bereit zu sterben. Sie starrte mich voller Angst an und meine rotglühenden Augen spiegelten sich in ihren blauen.
Sie hatte Todesangst und das war geil.
Ein freudiges Grollen entfuhr meiner Kehle, als ich meine Finger in ihre langen Haare vergrub und ihren Kopf nach hinten bog. Ihr schneller Herzschlag erregte mich, ich versenkte meine spitzen Zähne in ihren zarten Hals und durchstieß ihre Lebensader. Ihr süßes Blut sprudelte förmlich in meine Zahnkanäle. Sie öffnete ihren Mund zu einem Schrei, aber es kam kein Ton und das war schade.
Mit einem Ruck penetrierte ich sie und dann schrie sie endlich. Ich liebte es, wenn meine Opfer authentisch waren, wenn sie kreischten, deshalb sendete ich keine Glückshormone in ihren Blutkreislauf. Mit aller Kraft saugte ich das Blut aus ihren Adern und fickte sie hart. Sie wurde auf einmal schlaff wie eine Marionette und verstummte. Ich war kurz vor einem fulminanten Orgasmus und zog meine Zähne aus ihrem Fleisch.
Zeit zu sterben…
Meine verlängerten Fingernägel drangen tief in ihren Brustkorb, ihre Rippen krachten, als ich sie auseinanderriss. Ich starrte auf ihr pochendes Herz, das schon stolperte und nahm es behutsam in beide Hände. Mit einem Schrei ergoss ich mich in sie, riss ihr Herz aus ihrem Leib und hielt es triumphierend hoch. Ein paar Blutstropfen rannen an meinen Fingern entlang, ihre blauen Augen waren gebrochen und ich grinste zufrieden.
»Mister Lugoni, ihre Rechnung. Hallo, Mister Lugoni, hören sie mich?«
Mircos Stimme drang langsam zu mir durch. Ich kappte die mentale Verbindung zu der süßen Blondine und starrte auf die lange Rechnung auf einem kleinen Silbertablett. Das leise Stöhnen der Blondine wehte zu mir und ich wusste, dass sie in dem Moment einen Höhepunkt hatte. Wir hatten die gleichen Fantasien gehabt und sie hatte das genauso angetörnt wie mich. Ich bezahlte die Rechnung, setzte mit einer eleganten Bewegung meine Designer-Sonnenbrille auf und sendete im Vorbeigehen der Blondine einen Kuss zu. Sie sah mir mit Tränen in den Augen nach, als ich den allyoucaneat-Fresstempel verließ.
Ich liebte dieses dämonische Spiel und während ich mir eine Zigarillo anzündete, blickte ich hoch in den sternenklaren Himmel. Es war erst Mitternacht und im Moonshadow warteten willige und saftige Touristinnen…



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